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Medical Camp 2016 in der Behindertenschule

Seit bereits drei Jahren engagieren wir uns mit der großartigen Unterstützung unseres Förderpartners, die EthikBank, in der Behindertenschule Nirmal Bal Bikas. In den letzten Jahren wurden Sanierungsarbeiten und große Bau- und Installationsprojekte vorgenommen. Noch immer arbeiten wir aktuell daran, die Lebens- und Lernbedingungen der Schülerinnen und Schüler in dieser herzlichen Einrichtung zu verbessern. Letztes Jahr waren wir zudem im Stande, ein großes Medical Camp zu organisieren, bei dem alle anwesenden Schülerinnen und Schüler gründlich medizinisch versorgt wurden.

Auch in diesem Jahr wollten wir unbedingt ein Medical Camp in der Behindertenschule organisieren, um eine gewisse Kontinuität aufzubauen und um an die Untersuchungen im vergangenen Jahr anzuschließen. Am 03. März 2016 fand schließlich das zweite von uns finanzierte Medical Camp in Nirmal Bal Bikas statt.

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Die anwesenden Schülerinnen und Schüler wurden von einer Allgemeinärztin, einer HNO-Fachärztin sowie einem Zahnarzt und seinem Assistenten medizinisch untersucht. Sofern Medikamente für die Patienten nötig waren, wurden diese verschrieben und schließlich von uns in der am nächsten zur Schule befindlichen Apotheke besorgt bzw. zur Bestellung aufgegeben.

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Wir sind sehr froh, dass wir mit unseren regelmäßigen medizinischen Untersuchungen, den Kindern eine verbesserte Gesundheitsvorsorge bieten können. Die Ärzte sprachen von einem guten Gesundheitszustand der Kinder. Einzig auf die Hygiene sollte noch intensiver geachtet werden. Gemeinsam mit der EthikBank verbessern wir mit jedem Projekt die Bedingungen in der Behindertenschule. Aktuell wird eine Heißwasseranlage für die Duschen gebaut.

Alles in allem war die Veranstaltung ein voller Erfolg und bereitete den Kindern eine große Freude, da wieder etwas Abwechslung in die Schule kam. Zudem bekam jeder Patient und jedes Elternteil sowie alle anwesenden Helferinnen und Helfer eine Lunch-Box sowie Getränke ausgehändigt. Alleine wegen der Leckereien hat sich das Medical Camp aus Sicht der meisten Schülerinnen und Schüler bereits gelohnt.

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Wir möchten uns auf diesem Weg noch einmal bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken, die mit ihrer tollen Unterstützung diese regelmäßigen medizinischen Untersuchungen erst möglich machen. Wir freuen uns jetzt schon auf die Ausrichtung des nächsten Medical Camps!

Mehr Bilder gibt es wie immer in unserer Galerie.

Das diesjährige Medical Camp war mit einigen organisatorischen Schwierigkeiten verbunden und frustrierte uns das ein oder andere Mal. Wer auch diese Seite unseres Hilfsprojekts kennenlernen möchte, kann unten weiterlesen.


Ein Medical Camp mit vielen Höhen und Tiefen

Die Terminfindung
Aufgrund der vielen Bauprojekte, die in der Behindertenschule im Februar angefangen wurden und die trotz aller Versprechen noch nicht fertiggestellt worden waren, hatten wir die Organisation des Medical Camps stets vor uns hergeschoben. So war die Direktorin der Behindertenschule durchaus überrascht gewesen, als ich ihr am Montag, den 29. Februar (8 Tage vor meiner Abreise) von unserem Plan erzählte, ein Medical Camp am kommenden Wochenende organisieren zu wollen. Mit großer Freude stimmte sie zu, um keine Minute später wieder enttäuscht zu sein. Am kommenden Montag (7.3.) sei Shivaratri (ein großes Hindu-Festival), am Dienstag (8.3.) sei Women’s Day (Internationaler Frauentag) und am Mittwoch (9.3.) sei Gyalpo Lhosar (Tibetisches Neujahr, was aber bereits Wochen zuvor stattfand, und in allen nepalesischen Kalendern falsch eingetragen wurde, weil falsch vom tibetischen Kalender „umgerechnet“ wurde). Ich verstand das Problem nicht, denn das Medical Camp war ja eigentlich für das Wochenende (5.3. oder 6.3.) davor geplant gewesen. Die Direktorin erklärte mir, dass sie den Lehrkräften am Sonntag freigegeben hat und die meisten sich somit in einen 5-Tage langen Urlaub verabschieden würden. Nach ewigen Diskussionen – auch mit den Lehrerinnen – wurde beschlossen, dass Medical Camp am Donnerstag, den 3.3. auszurichten. Wir hatten also nur drei Tage Zeit alles zu organisieren…

Der Tag des Medical Camps – Das Unheil nimmt seinen Lauf
Seit 8h morgens befand ich mich schon in der Schule und bereitete das Frühstück für die Ärzte vor. Letzte Vorbereitungen wurden von den Hausmüttern getroffen, die die Klassenzimmer fegten. Um kurz nach 9Uhr trafen wie vereinbart die ersten Ärzte ein. Um Viertel nach 9 kamen dann auch der Zahnarzt und sein Assistent. Doch von den Lehrerinnen und der Direktorin war immer noch nichts zu sehen gewesen. Eigentlich wollten sie bereits da sein, um zu helfen. Ich beschloss, mit dem Medical Camp anzufangen, um die Ärzte nicht noch länger warten zu lassen. Da der Schulbus noch nicht zurück gewesen war, sollten zunächst die Kinder untersucht werden, die in der Behindertenschule leben. Doch die von uns beim letzten Medical Camp angefertigten Akten waren nirgends zu finden. Als die Direktorin um Viertel vor 10 eintraf, konnte sie uns ebenfalls nicht weiterhelfen. Die Akten bleiben verschwunden. Wir beschlossen nach kurzer Suche nun trotzdem anzufangen und neue Akten für die Kinder anzulegen. Die Lehrerinnen, die nun fast alle anwesend waren, halfen die Namen der Kinder festzuhalten und die Akten neu zu beschriften. Nach etwa einer halben Stunde wurden alle 11 Hostel-Kinder untersucht. Vom Schulbus fehlte aber immer noch jede Spur. Es muss etwas passiert sein. Doch keiner rief an.

Also bat ich die Direktorin mal nachzufragen, wo der Bus denn bliebe. Nachdem sie mit dem Busfahrer gesprochen hatte, erklärte sie uns, dass der Schulbus eine Panne habe. Der Stresspegel stieg bei mir schlagartig an. Was sollte getan werden? Der Busfahrer sei gerade dabei, den Bus eigenhändig zu reparieren, beruhigte mich die Direktorin. Ich blickte zu den Ärzten, die entweder fassungslos oder genervt sein mussten, aber nach außen hin tief entspannt zu sein schienen. Es vergingen weitere quälend lange Minuten. Ich bat die Direktorin den Busfahrer erneut anzurufen, um herauszufinden, wo genau der Bus liegen geblieben war. Als sie den Stadtteil nannte, wollte ich nur noch heulen. Mindestens eine halbe Stunde entfernt. Nach zähen Diskussion befahl ich, dass Taxen die Kinder in die Schule fahren sollten. Dies wurde an den Busfahrer weitergegeben. Wertvolle Zeit verging. Die Uhr tickte. Es war bereits nach halb 12 gewesen. Ein Taxi hätte schon längst da sein sollen. Wir riefen wieder an, aber niemand hob ab. Wenige Minuten später hupte es am Schultor. Das erste Taxi kam mit drei Kindern und einem Elternteil herein gerollt. Um kurz vor 12h kam auch der Bus mit den restlichen Kindern an. Der Fahrer hatte es tatsächlich geschafft, den Bus wieder zum Laufen zu bringen. Doch da der Bus liegen blieb, konnten viele Kinder nicht abgeholt werden. Daher ist auch die Anzahl der untersuchten Kinder geringer als noch im letzten Jahr.

Die Ärzte arbeiteten so schnell wie möglich, um die verlorene Zeit wieder aufzuholen. Sie verzichteten dafür sogar zunächst auf das von der Schule zubereitete Mittagessen. Aufgrund der geringen Zahl an Kindern, konnten alle anwesenden bis um halb zwei medizinisch versorgt werden. Wir sind natürlich enttäuscht, dass der Schulbus ausgefallen war und dementsprechend wenige Kinder den Weg zur Schule fanden. Doch was mich am meisten frustrierte, war, dass extrem wenige Eltern trotz der Einladung der Direktorin in die Schule kamen. Wir hatten damit gerechnet, dass wir womöglich 170 Lunch-Boxen zur Verfügung stellen mussten. Zur Sicherheit bestellten wir 200. Am Ende waren so wenige Kinder und vor allem Eltern da gewesen, dass knapp 120 Boxen übrig blieben. Natürlich wurden diese nicht weggeschmissen, sondern an Kindern in einer anderen Schule verteilt.

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