Schultaschen-Projekt 11 in Myagdi & Mustang | Projektbericht

Unser 11.Schultaschen-Projekt konnten wir Mitte März 2019 mit großem Erfolg beenden . In den Distrikten Myagdi und Mustang verteilten wir innerhalb von 9 Projekttagen 2.500 mit Schulmaterialien gefüllte Schultaschen an Kinder aus 38  Schulen. Unser bis dato größtes Schultaschen-Projekt forderte uns organisatorisch und logistisch einiges ab. Nichtsdestotrotz hielten wir unsere  Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung während der Projektreise wieder einmal minimal.

Infografik zum Schultaschen-Projekt in Myagdi und Mustang.

Infografik zum Projekt (zum Vegrößern klicken)

Bilder von unserem Projekt haben wir Euch in unserer Galerie aufbereitet:


Ein Projekt mit sehr viel Anlaufzeit

Die Idee für ein Projekt in Mustang hatten wir bereits während der Rückreise unseres Schultaschen-Projekts in Panchthar im Februar 2018. Für unser gesamtes Team war dies ein Traum, da noch niemand von uns zuvor in dieser sagenumwobenen Region gewesen war.

Es dauerte bis zum Sommer 2018, ehe sich unser Vorhaben konkretisierte. Gemeinsam mit unserem Projektpartner Project Volunteer Nepal sprachen wir über verschiedene Optionen, wie wir ein Projekt in Mustang effizient und wirkungsvoll ausführen könnten. Schließlich wurden geeignete und zuverlässige Kontaktpersonen in der Region Mustang und Myagdi gefunden, die uns bei der Projektorganisation helfen sollten.

Bis in den November hinein sammelten und aktualisierten die Kontaktpersonen Daten aus den verschiedenen Schulen. Wie immer brauchten wir nämlich eine vollständige Liste der jeweils eingeschriebenen Schulkinder sowie die (halbwegs) genaue Lage der Schulen. Ohne die Unterstützung von ortskundigen Personen vor Ort ist ein solches Projekt niemals möglich!

Das Timing war perfekt, um pünktlich zu Weihnachten eine unserer wenigen aktiven Spendenaktionen zu beginnen. Von unserem Förderpartner EthikBank wurden wir tatkräftig unterstützt. Die EthikBank widmete nämlich ihre jährliche Weihnachtsspendenaktion unserem Schultaschen-Projekt. Damit war die Finanzierung des Projekts sichergestellt!


Schultaschen, Schulhefte, Mäppchen und Schulmaterialien

Gemeinsam mit unserem Projektpartner, den Schuldirektoren und den ortskundigen Koordinatoren beschlossen wir, das Projekt Anfang März zu beginnen. Dies gab uns genügend Vorlaufzeit, um die Sachspenden produzieren zu lassen.

7.500 Schulhefte für Kinder in Mustang und Myagdi.

7.500 Schulhefte für Kinder in Mustang und Myagdi.

Mit den Vorgaben unserer Koordinatoren in Mustang und Myagdi begannen wir Ende Dezember bei unserem Produzenten des Vertrauens die Produktion von 2.500 Schultaschen und 2.500 Mäppchen. Der in der Nähe ansässige Hefte-Hersteller bekam von uns den Auftrag 7.500 Hefte zu produzieren. Über seine Kontakte bestellten wir zusätzlich sämtliche Schulmaterialien (7.500 Bleistifte, 5.000 Kugelschreiber, 2.500 Lineale, 2.500 Radiergummis und 2.500 Spitzer).

Aufgrund der guten Beziehungen durften wir  sämtliche Sachen kostenfrei eine Zeit lang in den jeweiligen Fabriken der Hersteller lagern. Andernfalls wäre es für uns eine extrem teure logistische Herausforderung geworden!


Die aktiven Vorbereitungen bis zum Projektstart am 06.03.2019

Nachdem wir alles ausgepackt hatten, ging es ans Befüllen der Mäppchen.

Nachdem wir alles ausgepackt hatten, ging es ans Befüllen der Mäppchen.

Am 25.02.2019 begannen wir mit dem Packen der „Schulsachen-Pakete“.  Um das spätere Verteilen der Schulsachen zu beschleunigen, mussten wir wie immer die ganzen Stifte, Lineale etc. bereits in die Mäppchen verpackt haben. Das bedeutete für uns stundenlange, penible Kleinstarbeit über mehrere Tage. Erst einmal musste alles ausgepackt werden, um dann wieder alles einzeln in die Mäppchen verpackt werden. Eine unglaubliche Fummelarbeit, die unsere Hände komplett verschmutzt zurückließen. Drei Tage hat dieser Spaß gedauert…

In einem Sack sind 100 Schultaschen...

In einem Sack sind 100 Schultaschen…

Am 01.03.2019 begann der logistische Einsatz. Pure Muskelkraft war nun gefragt! Unglaublich wie fit die kleinen Träger doch sind. Wir hatten tagsdarauf jedenfalls schrecklichen Muskelkater. Mit einem Jeep, dessen Ladefläche komplett bis oben gefüllt war, brachten wir unsere Schultaschen zu einem Transportunternehmen an einem LKW-Umschlagplatz. Danach fuhren wir zur Hefte-Fabrik und beförderten sämtliche Schulsachen ebenfalls zum Umschlagplatz.

In der Nacht auf den 02.03.2019 machte sich der LKW mit unseren Sachen auf den Weg nach Beni im Distrikt Myagdi. Dort sollte er zwei Tage später ankommen.


Zwei Teams, um den Projekterfolg zu garantieren

Um sicherzugehen, dass unsere Schultaschen und Schulsachen in Beni richtig verteilt werden, mussten wir selbst in Beni vor Ort sein. Zum ersten Mal während einer Schultaschen-Projekts reisten wir in zwei verschiedenen Teams.

In Beni verteilten wir die Sachspenden um.

In Beni verteilten wir die Sachspenden um.

Team A nahm am Morgen des 02.03.2019 einen Touristenbus nach Pokhara, um den LKW nachzureisen. Am Morgen des 03.03.2019 reiste Team A von Pokhara nach Beni und empfing dort am späten Nachmittag den LKW. Die Schultaschen und Schulsachen für die Schulen im Distrikt Myagdi luden wir auf einen neuen Jeep um, der mithilfe von unseren Koordinatoren die Sachspenden bereits in die jeweiligen Schulen in Myagdi bringen sollte. Der Jeep aus Mustang schaffte es aufgrund von heftigen Schneefällen nicht nach Beni.

Den Projekterfolg verdanken wir hilfsbereiten Menschen!

Den Projekterfolg verdanken wir hilfsbereiten Menschen!

Daher mussten wir die Schultaschen und Schulsachen in Beni in einer kleinen Lagerhalle zwischenlagern. Glücklicherweise stellte uns der Besitzer seine Räumlichkeit kostenfrei zur Verfügung!

Damit war die Hauptaufgabe von Team A erledigt, sodass einer aus dem Team am Morgen des 05.03.2019 in den Süden nach Chitwan reiste, um dort eines unserer Patenkinder zu treffen.

Team B kam am Nachmittag des 05.03.2019 in Pokhara an. Gemeinsam mit dem Rest aus Team A reisten sie zusammen direkt nach Beni weiter, um dort die Nacht zu verbringen.

Am 06.03.2019 begann offiziell unser Projekt.


Glück im Unglück – Das Wetter am Ende auf unserer Seite!

Am Ende verlief das gesamte Projekt nach Plan. Aber bis es zu jenem Plan kam, gab es einige Umplanungen. Unsere Schultaschen-Route mussten wir aufgrund von heftigen Schneefällen in Mustang, die ungewöhnlicherweise noch den gesamten Februar andauerten, drei Mal komplett ändern. Der finale Plan entstand wenige Tage vor Projektstart.

Wie viel Glück wir hatten, zeigte sich auch während der Umverteilung unserer Schulsachen in Beni. Dort hatte es am 03.03.2019 der Jeep aus Mustang nicht einmal geschafft, nach Beni zu kommen. Eineinhalb Wochen später verbesserte sich die Lage in Mustang maßgeblich, sodass wir problemlos durchkamen – ein riesen Glück!

Am Ende müssen wir uns bei den Wettergöttern bedanken. Das Wetter war auf unserer Seite. Trotz zum Teil eisiger Kälte in der Nacht und den extremen Winden waren wir mit dem Wetter sehr zufrieden. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass die Straßenbedingungen absolut abenteuerlich waren, sind wir heilfroh von Schnee und Eis auf der Fahrbahn verschont geblieben zu sein. Ein großes Lob möchten wir unseren Fahrer aussprechen! Wir haben uns auf den schmalen und äußerst steilen Pisten – trotz tiefer Abhänge – immer sicher gefühlt!


Eine unglaublich natürliche Schönheit in Myagdi und Mustang

Mehr Eindrücke in unserer Galerie.

Mehr Eindrücke in unserer Galerie.

Die Schultaschen-Reise nach Myagdi und Mustang war für uns die bis dato schönste Region, die wir jemals besucht haben. Die bergige Landschaft ist atemberaubend. Die gesamte Landschaft ist sehr felsig, aber dennoch mit viel Grün! Schwer in Worte zu fassen – unglaublich!

Gerade aufgrund der Landschaft haben Kinder dort einen beschwerlicheren Schulweg als anderswo. In der Regel laufen die Kinder etwa eine Stunde, um zur Schule zu kommen…


Unser Tagesablauf während der Projektreise

Innerhalb von 9 Projekttagen verteilten wir 2.500 Schultaschen an Kinder aus 38 Schulen. Logistisch und zeitlich war es für uns natürlich nicht möglich gewesen, alle 38 Schulen zu besuchen. Wie auch bereits bei den anderen großen Schultaschen-Projekten kreierten wir sogenannte „Centers“, wo mehrere umliegende Schulen zusammenkamen. Unsere „Centers“ waren alles Schulen, die im Zentrum von Nachbarsschulen lagen.

23 solcher „Centers“ haben wir kreiert und besucht. Das heißt, dass Kinder aus 15 der 38 Schulen sich zu ihren jeweiligen „Centers“ haben begehen müssen. Bedauerlicherweise war für eine Schule in Myagdi die Entfernung weiter als die Koordinatoren gedacht hatten, sodass die Kinder einen zweistündigen Fußweg bergab zum „Center“ hinter sich lassen mussten.

Die einzelnen „Centers“ lagen etwa eine Stunde Fahrtzeit voneinander entfernt. In der Regel begann unser Tag um 9h morgens am ersten „Center“ und endete gegen 16h am letzten „Center“ des Tages. Während eines Projekttages besuchten wir je nach Anzahl der Schulkinder zwei bis drei „Center“.


Die besuchten Schulen – welche Schulen und warum

Bei sämtlichen Kindern, die wir mit unserem Schultaschen-Projekt unterstützt haben, handelte es sich um Schulkinder von staatlichen Schulen!

Interessanterweise sind die meisten Kinder in den Schulen von Mustang nicht ursprünglich aus Mustang! Die Familien der Kinder stammen aus unterschiedlichsten Regionen Nepals. Viele sind allerdings aus der Dhalit-„Kaste“ (die „Unberührbaren“). Das liegt allen voran daran, dass in Mustang aktuell extrem viel gebaut wird. Eine große Straßenerweiterung bis an die chinesische Grenze ist im Bau. Die meisten Bauarbeiter stammen aus den niedrigen Kasten Nepals und haben sich mit ihren Familien nun in Mustang niedergelassen.

Eine Schultasche diesen Kindern zu schenken, ist uns ein besonderes Anliegen! Für die meisten Kinder der Dhalit-Kaste ist unsere Schultasche die erste Schultasche, die sie selbst besitzen dürfen! Eine Schultasche von etwa 5€ machen zwei Tageslöhne eines Bauarbeiters aus…


Überall strahlende Kindergesichter

Natürlich haben sich die Kinder massiv über unsere Schultaschen gefreut. Wie sehr sie sich an ihre erste Schultasche herbeigesehnt haben, zeigt sich an den Kommentaren der Lehrkräfte. Viele von ihnen erzählten uns, dass nachdem die Schultaschen die Schulen erreicht hatten, die Kinder täglich fragten, wann unser Team denn endlich kommen würde, damit das Verteilen endlich durchgeführt werden konnte.

Vor allem die jüngeren Kinder, die noch nie eine Schultasche besessen haben, waren äußerst dankbar und tanzten und sangen vor Freude, als unser Jeep anfuhr.


Was nehmen wir aus dem Projekt mit?

Das Schultaschen-Projekt ist erfolgreich beendet und mittlerweile konnten wir 9.011 Kinder aus 93 Schulen glücklich machen. Tausend weitere werden in Zukunft noch folgen!

Vor allem in Mustang konnten wir die Problematik von zu kurzdenkenden westlichen „Entwicklungshelfern“ sehen, die sich mit Projektarbeit eine goldene Nase verdienen. „Baut doch lieber eine Schule“ ist ein häufiger Kritikpunkt, den wir von erfahrenen „Entwicklungshelfern“ hören. Eine Schule zu bauen, ist für uns finanziell überhaupt kein Problem, aber die Frage ist doch, wie und vor allem wer sich danach um diese Schule kümmert.

Das Ausmaß von „Lass uns eine Schule bauen“ mussten wir traurigerweise in Mustang fast täglich begegnen. Westliche Organisationen pumpen so viel Geld in den Bau einer von außen luxuriösen Schule, ohne sich dem wesentlichen zu widmen. Es geht einzig nur um den Prachtbau. Wir haben in Mustang Schulen gesehen, die äußerst gut aussahen, während die Lebensbedinungen in den dazugehörigen Hostels desolat sind.

Ganz nach dem Sinn von erfolgreicher, westlicher Entwicklungshilfe: „So jetzt haben wir hier eine Schule fertiggebaut – gehen wir zum nächsten Ort“.

Ob wir den ganzen Schulen unter die Arme greifen können, besprechen wir aktuell intensiv mit unseren Projektpartnern. Das Problem ist dabei, dass mit unserer Unterstützung andere Organisationen genauso weitermachen können, wie sie aktuell handeln. Und da deren Projektmanager sich ihr Gehalt aus den Spendengeldern verdienen, können und wollen wir ihre Bereicherung nicht unterstützen!

Schultaschen-Projekt erfolgreich beendet!

Nach 9 ereignisreichen Tagen und nach fast 200 Kilometern durch ländliches, abenteuerliches Terrain in Myagdi und Mustang, haben wir gemeinsam mit Project Volunteer Nepal unser 11.Schultaschen-Projekt beendet ✌️ Etwa 2.500 Schülerinnen und Schülern aus 38 Schulen schenkten wir ein Stück Schulkindsein ❤️✏️

Ein ganz, ganz großes DANKESCHÖN an die Menschen in Myagdi und Mustang ohne deren koordinativen Einsatz wir das Projekt niemals so erfolgreich hätten ausführen! ❤️
Vielen Dank an Vishal, der dieses Mal bedauerlicherweise alleine sämtliche Stricke in Händen halten musste. Großartige Arbeit! 

Insgesamt verteilten wir auf unserer 9-tägigen Reise knapp 2.500 Schultaschen in 38 Schulen.

Insgesamt verteilten wir auf unserer 9-tägigen Reise knapp 2.500 Schultaschen in 38 Schulen.

Jahresbericht 2018

Wir setzen unsere guten Vorsätze für 2019 um 🙂
In den ersten zwei Wochen haben wir gefühlt schon mehr Beiträge in unserem Blog verfasst, als im gesamten vergangenen Jahr.

Die ersten Tage im Januar waren für uns schon einmal sehr erfolgreich gewesen. Wir haben nun 50 Mitglieder erreicht sowie den jährlichen Förderbetrag der EthikBank erhalten. Heute möchten wir Euch mitteilen, dass unser Jahresbericht für 2018 fertig ist – so früh wie in keinem Jahr zuvor!!

Wenn Ihr wissen möchtet, was wir 2018 alles erreicht haben und, was für 2019 geplant ist, schaut doch einfach unseren Jahresbericht 2018 an. Viel Spaß dabei 🙂

Jahresbericht 2018

Jahresbericht 2018

Neue Schulhalle in der Behindertenschule

Neue Schulhalle in der Behindertenschule

In der Vergangenheit hatten wir in der von uns betreuten Behindertenschule immer wieder Baumaßnahmen vorgenommen, ehe wir seit diesem Jahr den Fokus auf das gesundheitliche Wohl der Kinder gesetzt haben. Nichtsdestotrotz gehören Bau- und Renovierungsmaßnahmen immer zu den täglichen Aufgaben – wenn auch nicht mehr in der großen Häufigkeit.

Die große Schulhalle gehörte zu jenen Gebäudeteilen, die wir kaum angerührt hatten. Dies hatte verschiedene Gründe. Zum Einen werden da fast nur Versammlungen gehalten. Zum Anderen gab es immer wieder andere Prioritäten. Da uns aufgefallen war, dass in der letzten Zeit der Raum immer häufiger auch als Tanzsaal für die  Kinder genutzt wurde, beschlossen wir auch dort etwas zu tun. Hier geht es zum Projektalbum.

Denn der ehemalige Versammlungsraum war alles andere als in einem guten Zustand. Eine alte Sesselreihe schmückt den Kopf des Raumes, während an den Seitenwänden einzelne Schulbänke gereiht sind. Der Teppich ist so alt und verstaubt, dass er sich an jeder Ecke schon wölbt. Die Wände haben an Glanz verloren. Das Weiß, das vor Jahren an die Wände gebracht wurde, ist total verschmutzt. Alles in allem ist es kein schöner Raum gewesen.

Die alte Schulhalle.

Die alte Schulhalle.

Renovierungsmaßnahmen in der alten Schulhalle.

Renovierungsmaßnahmen in der alten Schulhalle.

Es musste etwas getan werden! Mit unserem Projektpartner Project Volunteer Nepal machten wir uns sofort an die Arbeit. Wir bekamen ganz tolle Unterstützung von Hildegard, eine freiwillige Helferin von Project Volunteer Nepal, und von den älteren Schülern der Einrichtung. Binnen kurzer Zeit erstrahlte der triste Raum in einem neuen Licht. Der staubige Teppich wurde durch PVC ersetzt, die alten Sessel wurden entfernt und – am wichtigsten – die maroden Schulbänke wurden gegen 50 bunte Sitzkissen ausgetaucht.

Bunte Sitzkissen :)

Bunte Sitzkissen 🙂

Jeder half mit :)

Jeder half mit 🙂


Wir freuen uns sehr, dass wir den Raum so wundervoll gestalten konnten. Und auch die Kinder freuten sich riesig, als die neue Schulhalle ihnen präsentiert wurde. Zukünftig wird die neue Schulhalle nicht nur als Versammlungs- und Tanzraum genutzt, sondern auch als Bewegungs- und Rhythmikraum. Vielen Dank für die tolle Unterstützung!!

Mehr Bilder gibt es in unserem Album zu sehen.

Wir freuen uns über die neue Schulhalle!

Wir freuen uns über die neue Schulhalle!

 

Jahresbericht 2017

Rückblick auf 2017 – Jahresbericht ist online

Und schon haben wir ein neues Jahr… So schnell geht das.

MIt 2017 lag ein sehr erfolgreiches und spannendes Jahr hinter uns. Wir waren in entlegenen Dörfern unterwegs gewesen, haben Tausende Schultaschen verteilt, Dental Camps in Dörfern organisiert und dabei natürlich die von uns betreute Behindertenschule in Kathmandu nicht vergessen. Den vollständigen Rückblick findet Ihr hier.

Und Ihr wart immer mit dabei. Vielen Dank für Eure tolle Unterstützung im vergangenen Jahr! Nur dank Eurem Engagement und Eurem Vertrauen konnten wir so viel erreichen!

In unserem aktuellen Jahresbericht blicken wir auf unser überaus erfolgreiches Projektjahr zurück. Wir stellen dort unsere Projektpartner vor und legen zugleich unsere Finanzen offen.
Den vollständigen Jahresbericht 2017 haben wir auf unserer Webseite veröffentlicht.

Ich freue mich auf eine weiterhin angenehme und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Schulbau-Projekt im Dorf Ikudol fertiggestellt.

Schulbau-Projekt im Dorf Ikudol fertiggestellt

Es ist vollbracht! Endlich! 20 Monate nach der ersten Besprechung über das Bauvorhaben im Dorf Ikudol können wir Euch nun mit voller Stolz die fertige Schule präsentieren. Wo vor 2 Jahren im Sommer nach dem Erdbeben nur ein Gerüst stand, strahlt nun im hellen Weiß das kleine Gebäude für die Schülerinnen und Schüler der Shanti Primary School.

Die "Schule" nach dem Erdbeben im Sommer 2015.

Nach dem Erdbeben im Sommer 2015.

Die fertiggestellte Schule im November 2017.

Die fertiggestellte Schule im November 2017.


Unsere Projektpartner Rajeev und Vishal von Project Volunteer Nepal sind am 13.11.2017 gemeinsam mit Vereinsmitglied Aaron in das Dorf im Lalitpur Distrikt gefahren, um unsere fertiggestellte Schule zu begutachten. Aufgrund des massiven Monsuns, der den einzigen Weg nach Ikudol von der Außenwelt abschnitt, waren wir aber nicht in der Lage gewesen, das Dorf früher zu besuchen.
Umso glücklicher sind wir nun, dass wir unser Schulbau-Projekt nun endlich beendet haben. Ein Projekt, das ursprünglich eigentlich bereits Anfang des Jahres 2017 fertiggestellt sein sollte…

Letztendlich haben sich die gesamten Strapazen, Probleme und Rückschläge gelohnt. Die Schulkinder haben nun endlich ein schönes Dach über den Kopf und müssen nicht in einem zerstörten Gebäude unterrichtet werden.

Unterricht in einem zerstörten Gebäude.

Unterricht in einem zerstörten Gebäude.

Unterricht im neuen Schulgebäude.

Unterricht im neuen Schulgebäude.

Das Schulbau-Projekt in Ikudol ist nun offiziell beendet!Das Schulbau-Projekt in Ikudol ist nun offiziell beendet!

Das Schulbau-Projekt in Ikudol ist nun offiziell beendet!

Wir möchten uns ganz herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken, die dieses Projekt ermöglicht haben. Insbesondere geht der Dank an die Familie Gruber nach Niederösterreich, die mit einer tollen Spendenaktion wesentlich zum Projekterfolg beigetragen haben. Wir möchten uns auch bei allen für die Geduld und das Vertrauen bedanken! Es war nicht immer einfach gewesen, doch wir haben es vollbracht 🙂

Alle Bilder unseres Schulbau-Projekts in Ikudol findet Ihr in unserer Galerie.


Ein Projekt mit Holprigen Start

Obwohl wir mit großen Enthusiasmus das Projekt Anfang 2016 in Angriff nahmen, spürten wir schon damals Rückenwind. Zum einen haben wir nie den Rückhalt der Dorfbevölkerung gespürt, zum anderen hatten wir nie die volle Unterstützung des Schuldirektors in Ikudol.

Arati, die Direktorin der Compact English School in Kathmandu und die zu unserem engen Bekanntenkreis in Nepal zählt, hatte uns ihr Dorf Ikudol nach dem Erdbeben 2015 vorgestellt. Hier werde dringend Hilfe benötigt. Das Dorf liegt abgelegen und habe seit Monaten keine Hilfe erhalten. Häuser seien eingestürzt, die Wasserversorgung gekappt und eine Schule komplett zerstört. Noch im Jahr 2015 unternahmen wir verschiedene Projekte in Ikudol, darunter unter anderem ein Medical Camp. Von dieser Euphorie getragen, wollten wir Größeres erreichen…

Ende Januar und Mitte Februar 2016 nahmen wir gleich zwei Mal die anstrengende Reise nach Ikudol auf.  Ursprünglich hatten wir noch größere Bau- und Infrastrukturprojekte in Planung gehabt. Doch als wir im ersten Meeting von der Anzahl der anwesenden Dorfbewohner/innen enttäuscht wurden, die in lauten, chaotischen Streitereien über persönliche Interessen endeten, entschieden wir, den Anwesenden etwas Zeit zu geben. 2 Wochen später fuhren wir wieder 5 Stunden lang auf holprigen „Straßen“ nach Ikudol. Nachdem beim ersten Meeting die Hälfte der Anwesenden gut 1,5 Stunden auf sich warten ließ, waren im zweiten Meeting nur noch eine handvoll Menschen da…

Um dennoch ein Großprojekt in Ikudol durchzuführen, entschieden wir uns für den Neubau einer zerstörten Schule. Arati hatte uns dieses Projekt ans Herz gelegt. Nach ein paar Gesprächen mit dem Schuldirektor, der uns das eine oder andere Mal warten und auch sitzen ließ, hatten wir trotz alledem ein gutes Gefühl. Die Frühlingsmonate nutzen wir, um Behördengänge zu machen und wurden von der nepalesischen Bürokratie positiv überrascht. Im April hatten wir alle Genehmigungen zusammen und konnten endlich unser Bauvorhaben physisch beginnen.

Ein Projekt ohne Unterstützung und Vertrauen

Buchstäblich einen Tag vor offiziellen Beginn des Bauvorhabens, versuchte uns Arati zu überzeugen, dass wir das Projekt doch nicht durchführen sollten. Wir verstanden überhaupt nichts mehr. Erst motivierte sie uns zum Schulbau und unterstütze uns bei allen Behördengängen, nun war sie komplett gegen dieses Projekt gewesen. Was war passiert?

Zu diesem Zeitpunkt hatten wir bereits viel Geld für die Reisen nach Ikudol, die Behördengänge, die Genehmigungen und die ersten Baumaterialien ausgegeben, sodass es uns gar nicht in den Sinn kam, das Projekt so kurz vor dem Start abzubrechen. Somit hatten wir unversehens die Unterstützung Aratis und somit auch unsere Kontaktperson nach Ikudol verloren..

Wenig später stellte sich heraus, dass es um politische Machtspiele im Dorf ging. Aratis Ehemann und der Schuldirektor hatten nämlich vor, für das Amt des „Dorfältesten“ zu kandidieren. Und mit einem Projekterfolg seiner Schule, rechnete sich Arati schlechtere Gewinnchancen für ihren Ehemann aus…

Der Schuldirektor, der ohnehin nie hoch auf unserer Sympathieliste stand, nutzte die Distanz zwischen Kathmandu und Ikudol, um uns in Schach zu halten. Immer wieder kamen Ausreden weswegen versprochene Fortschritte nicht gemacht wurden. Immer wieder ließ er Meetings platzen und tauchte wochenlang ab. Er fragte ununterbrochen nach mehr Geldern, da die Baukosten in die Höhe stiegen. Diese gewährten wir ihm nicht, da der Kostenvoranschlag des Department of Education bereits sehr großzügig kalkuliert wurde. Wenn unsere Projektpartner ihn treffen wollten, waren seine Ausreden – ohne Witz – „krank“, „Magenverstimmung“, „Verbrannt“, „Motorradunfall“, „Angebrochener Arm“, „Gebrochener Finger“, „im Krankenhaus“. Der Schuldirektor scheint so ziemlich der unglücklichste Mensch in Nepal gewesen zu sein…

Ein Projekt, von dem wir nur lernen können

Ikudol hat uns vieles gelehrt. Wir hätten die geographische Lage mehr in Betracht ziehen müssen.  Wenn sich Hilfsorganisationen wie Unicef nur einmal am Dorfeingang von Ikudol blicken lassen, um Hilfsgüter abzuwerfen, ohne die umliegenden Bergdörfer zu besuchen, haben wir uns oft gefragt, warum wir als kleiner Verein mit begrenztem Budget dies tun sollen?!

Dank Ikudol haben wir gelernt, dass erfolgreiche Projekte nur mit starken Partnern in der Zivilbevölkerung funktioniert. Wir sind auf die lokale Bevölkerung angewiesen, die unsere Projekte unterstützen und alles daran setzen, dass diese umgesetzt werden, auch wenn wir mal nicht in der Nähe sind.

Ikudol hat uns aber auch gezeigt, dass wir uns vor keiner anderen Organisation verstecken müssen. Wir können mit stolz behaupten, dass wir das Projekt erfolgreich beendet haben. Und wenn man vergleicht, wie wenig wir für dieses Projekt ausgegeben haben, obwohl die Gegend extrem entlegen ist, so dürfen wir noch stolzer auf das sein, was wir geleistet haben.

Wir werden aus dieser Erfahrung lernen und weiterhin ehrenamtlich und unentgeltlich uns auch für Menschen in den entlegensten Regionen Nepals einsetzen, in die sich andere Organisationen nicht hin trauen. So wie bei unserem 9. Schultaschenprojekt in Dolpa.

Eine Schultasche für jedes Kind in Lower Dolpa

Eine Schultasche für jedes Kind – 9 – Zusammenfassung Abschnitt 2: Dolpa Distrikt

Aufbruch in den Westen - Unsere Route

Unsere Route (zum Vergrößern klicken)

Während unseres neunten Schultaschen-Projektes besuchten wir zwei ungleiche Distrikte. Im Süden Nepals waren wir der Hitze im Distrikt Bardia ausgesetzt, während wir im Norden Nepal im Distrikt Dolpa auf tagelange Wanderung gingen.

Die Erfahrungen, die wir auf dieser insgesamt 14-tägigen Projektreise gewinnen konnten, sind unbeschreiblich gewesen! 2.015 mit Schulsachen gefüllte Schultaschen konnten wir auf unserer Reise verteilen.

Den ersten Abschnitt der Reise in den Distrikt Bardia haben wir hier für euch zusammengefasst.

Der zweite Abschnitt unserer Projektreise: Lower Dolpa

Während wir im ersten Teil unserer Reise unter den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit im Süden des Landes litten, war der zweite Abschnitt unserer Projektreise der körperlich weitaus anstrengendere Teil. Tagelange Fußmärsche und eine Höhe von knapp 4.000 Metern mussten bewältigt werden, ehe wir das erste Dorf in Lower Dolpa erreichten. In Lower Dolpa wanderten wir zu acht Schulen in acht verschiedenen Dörfern und versorgten im Zuge dessen 1.070 Schulkinder mit Schultaschen und Schulmaterialien.

1.070 Schultaschen für Kinder an acht Schulen in Dolpa

1.070 Schultaschen für Kinder an acht Schulen in Dolpa

Alle Bilder aus Dolpa findet ihr auch in unserer Galerie.

Todessehnsucht auf dem Weg von Nepalganj nach Jumla

Die Fahrt vom Flachland im Süden ins nördliche Gebirge hatte es in sich. Für die gerade einmal ca. 340km benötigten wir unglaublicherweise fast 18 Stunden und sogar einen unplanmäßigen Zwischenstopp.

Dabei hatte die Reise so gut begonnen. Noch bevor die Sonne ans aufgehen dachte, verließen wir unser Hotel in Nepalganj und fuhren in unserem Jeep gen Norden. Die Straßen waren relativ frei, das Wetter war sehr gut und wir kamen gefühlt schnell voran. Doch dem war leider nicht so. Unser Fahrer war nicht sonderlich geübt darin, auf Bergstraßen zu fahren, sodass wir sogar von großen Bussen und Trucks überholt wurden. Am Nachmittag standen wir zudem noch in einem Stau, da ein Lastwagen vor uns Probleme hatte.

So kam es wie es kommen musste. Als es langsam am Horizont anfing zu dämmern, fuhren wir an einer größeren Bergsiedlung vorbei und entschieden uns fälschlicherweise unsere Fahrt nach Jumla fortzusetzen. Schließlich waren es nur noch 75km gewesen.

Idyllisch geht es her bei unserem unplanmäßigen Zwischenstopp.

Idyllisch geht es her bei unserem Zwischenstopp.

Doch als wir nach drei Stunden Fahrt gerade einmal 45km hinterlegt hatten, war es bereits pechschwarz geworden. Der rauschende Fluss in der Tiefe versetzte uns in Angst und Schrecken. Die Straße war so schlecht ausgebaut, dass wir  extrem vorsichtig fahren mussten. Schließlich beschlossen wir unsere Fahrt zu stoppen und die Nacht irgendwo im Nirgendwo zu verbringen. Es war aber die richtige Entscheidung gewesen. Das Risiko war einfach zu hoch.

16 Maulesel tragen 1.070 Schultaschen und Schulsachen

Nach unserem Höllentrip auf den Bergstraßen, kamen wir am nächsten Morgen in Jumla an. Dort wartete bereits der Truck, den wir zwei Tage zuvor mit den Schultaschen und Schulmaterialien von Nepalganj nach Jumla geschickt hatten. Jumla stellte auch die letzte befahrbare Station dar, ehe wir zu Fuß nach Dolpa mussten.

Gruppe 1 der Maulesel - 7 von 16.

Gruppe 1 der Maulesel – 7 von 16.

Um die 1.070 Schultaschen; 3.300 Schulhefte; 1.070 Radiergummis, Spitzer, Mäppchen, Lineale; 2.140 Bleistifte und 3.210 Kugelschreiber nach Dolpa zu transportieren, mieteten wir 16 Maulesel. Am Abend beluden wir sämtliche Maulesel und waren nun bereit, um nach Dolpa aufzubrechen. Da die Maulesel viel schneller als wir unterwegs sein würden, machten wir aus, dass die Herdenführer mit den Mauleseln vorausgehen sollten. Sie brachen am nächsten Morgen bereits um 4h auf.

Insgesamt 8 Tage zu Fuß zu insgesamt 8 Schulen

Es begann flach in Jumla.

Es begann flach in Jumla.

Um 9h machten wir uns dann ebenfalls auf den Weg. Am Anfang waren wir noch guter Dinge und hatten viel Freude am Laufen. Schließlich war es noch sehr flach gewesen. Doch von Minute zu Minute knallte die Sonne mehr und machte uns zu schaffen – Sonnenbrand inklusive.

Wir wünschten uns Wolken für den anstehenden Aufstieg Wolken herbei. Zunächst ging es gleichmäßig bergauf, um plötzlich extrem steil zu werden. Die Muskeln zuckten, der Schweiß lief.

Der Regen machte das Laufen nicht einfacher.

Der Regen machte das Laufen nicht einfacher.

Wir kamen nur langsam voran und mussten mehrere Unterbrechungen hinnehmen. Urplötzlich schlug dann auch noch das Wetter um. Aus den herbeigesehnten Wolken entwickelte sich ein fieser, kalter Regen. Der Wind tat sein übriges, um unseren Weg weiter zu erschweren. Die Kräfte ließen nach. Erst gegen 15h erreichten wir dn Ort für die Mittagspause. Lange konnten wir uns nicht ausruhen, da wir noch einen langen Weg vor uns hatten. Wir quälten uns weitere drei Stunden, ehe wir am Abend das nächste Dorf erreichten.

Die Nacht war für alle von uns sehr ungemütlich gewesen. Wir haben uns an diesem Ort einfach nicht wohl gefühlt. Das Dorf Manisango strahlte etwas unheimliches aus. Keiner von uns weiß so recht, was es war. Doch niemand von uns konnte trotz großer Erschöpfung schlafen.

Keine gute Aussicht...

Keine gute Aussicht…

Am nächsten Morgen brachen wir so früh wie möglich vom Geisterdorf auf. Das nächste Dorf Chotra erreichten wir nach fast zwei Stunden. Dort frühstückten wir und stärkten uns noch einmal vor dem Anstieg zum Maury Lek, dem höchsten Punkt unserer Reise und der Gipfel, der inoffiziell die Distrikte Jumla und Dolpa teilt. Wir erreichten völlig ausgepowert nach etwa sechs Stunden den Gipfel auf etwas mehr als 3.800m und wurden von eisiger Kälte und viel Nebel begrüßt.

Da auf dem Gipfel keine Übernachtungsmöglichkeiten gegeben waren, stiegen wir etwa eine Stunde steil hinab in das Dorf Nauli. Dort verbrachten wir die Nacht.

Das Verteilen beginnt endlich

Am nächsten Morgen brachen wir in das Dorf Chaurikot auf, wo wir unsere erste Station ausgemacht hatten, um Schultaschen zu verteilen. Außerdem baten wir die Lehrkräfte des etwa 30-minütigen Nachbardorfes Chanchu, ihre Schulkinder nach Chaurikot zu führen. So konnten wir in Chaurikot zwei Schulen gleichzeitig helfen, ohne viel Zeit zu verlieren.

Schulkinder im Dorf Jhyakot.

Schulkinder im Dorf Jhyakot.

Denn der erste Tag war für uns noch lange nicht  vorbei gewesen. Nach dem Mittagessen in Chaurikot liefen wir etwa 2,5 Stunden zum nächsten Dorf weiter. In Jhyakot warteten die Schulkinder bereits sehnsüchtig auf uns. Routiniert verteilten wir an der größten Schule des Tages alle Schultaschen und erfreuten uns an den glücklichen Gesichtern der Kinder. Wir verbrachten die Nacht in einer gemütlichen kleinen Unterkunft und erholten uns von dem anstrengenden Tag.

Überall glückliche Gesichter.

Überall glückliche Gesichter.

Der nächste Morgen führte uns von Jhyakot hinab ins Tal nach Kaigaon. 1,5 Stunden benötigten wir auf teils schwer begehbaren Terrain. 372 Schülerinnen und Schüler durften sich an neuen Schultaschen erfreuen. Nach dem Mittagessen packten wir unsere Sachen und liefen knapp eine Stunde ins Nachbardorf Hurikot. Nun waren wir schon so weit in den Distrikt Dolpa vorgedrungen, dass uns erzählt wurde, dass sich keine internationale Hilfsorganisation mehr seit etwa 20 Jahren dort blicken ließ.

Umso glücklicher sind wir, dass wir diesen Schritt gewagt haben! Am späten Nachmittag machten wir uns wieder hinauf in höhere Ebenen. Fast zwei Stunden benötigten wir um Thapagaon zu erreichen, wo wir die Nacht verbrachten.

Am nächsten Tag fingen wir früh mit dem Verteilen an, da wir die letzten drei Dörfer unserer Projektreise abklappern mussten: Thapagaon, Majgaon und Loharbada. Somit haben wir in Lower Dolpa an 8 Schulen genau 1.070 mit Schulsachen gefüllte Schultaschen verteilt.

Folgende Schulen hatten wir während unseres neunten Schultaschen-Projektes im Distrikt Dolpa unterstützt:

Name der Schule Schülerzahl Ort
1 Sundari Primary School 25 Chaurikot
 2 Munamadan Primary School 44 Chanchu
 3 Shree Bhagwati High School 182 Jhyakot
 4 Tripura Higher Secondary School 372 Kaigaon
 5 Jagdulla Primary School 98 Hurikot
 6 Shree Mahadev Lower Secondary School 167 Thapagaon
7 Kagmara Primary School 98 Majgaon
8 Nepal Rastriya Lower Secondary School 116 Loharbada

Sämtliche Bilder unseres Projekttages aus den acht verschiedenen Schulen im Distrikt Dolpa findet ihr auch in unserer Galerie.

Sundari Primary School

Sundari Primary School

Munamadan Primary School

Munamadan Primary School

Shree Bhagwati High School

Shree Bhagwati High School

Tripura Higher Secondary School

Tripura Higher Secondary School

Jagdulla Primary School

Jagdulla Primary School

Shree Mahadev Lower Secondary School

Shree Mahadev Lower Secondary School

Kagmara Primary School

Kagmara Primary School

Nepal Rastriya Lower Secondary School

Nepal Rastriya Lower Secondary School

Eine Schultasche für jedes Kind im VDC Thakurbaba im Distrikt Bardia

Eine Schultasche für jedes Kind – 9 – Zusammenfassung Abschnitt 1: Bardia Distrikt

Aufbruch in den Westen - Unsere Route

Unsere Route (zum Vergrößern klicken)

Unser neuntes Schultaschen-Projekt führte uns weit weg aus Kathmandu. Insgesamt waren wir auf unserer Projektreise 14 Tage lang unterwegs gewesen – mit Höhen und Tiefen. Innerhalb dieser Zeit verteilten wir genau 2.015 Schultaschen in insgesamt zwei verschiedenen Distrikten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Trotz der ganzen Anstrengungen auf unserer Reise sind wir sehr froh, dass wir dieses Mega-Projekt angegangen sind.

Der erste Abschnitt unserer Projektreise: Bardia

Der erste Abschnitt unserer Projektreise führte uns über Nepalganj in das VDC Thakurbaba im Distrikt Bardia. Dort besuchten wir innerhalb eines kompletten Projekttages 6 verschiedene Schulen und verteilten insgesamt 945 mit Schulmaterialien gefüllte Schultaschen.

945 Schultaschen für Kinder an 6 Schulen im Distrikt Bardia.

945 Schultaschen für Kinder an 6 Schulen im Distrikt Bardia.

Alle Bilder aus Bardia findet ihr auch in unserer Galerie.

Stundenlange Fahrt und die Sonne knallt…

Bereits am ersten Tag unserer Schultaschen-Reise saßen wir über 16 Stunden in einem Jeep von Kathmandu nach Nepalganj. Glücklicherweise hatte unser Fahrzeug eine Klimaanlage. Denn der südliche Teil Nepals begrüßte uns mit extremen Temperaturen. Selbst als wir spät in der Nacht in Nepalganj ankamen, fingen wir sofort nach Ausstieg aus unserem Jeep an zu schwitzen.

Das Beladen war gar nicht so leicht gewesen...

Das Beladen war gar nicht so leicht gewesen…

Am nächsten Morgen suchten wir den Umschlagplatz unseres Transportunternehmens auf. Wir hatten nämlich einen Tag zuvor in einem Lastwagen 2.000 Schultaschen, 6.100 Schulhefte, 2.000 Mäppchen, 2.000 Radiergummis, 2.000 Spitzer, 2.000 Lineale, 6.000 Kugelschreiber und 4.000 Bleistifte nach Nepalganj vorgeschickt. Bereits das Beladen in Kathmandu war eine Tortur gewesen. Und nun mussten wir erneut ran.

Ein todsicherer Plan

Um die Transportkosten so gering wie möglich zu halten, hatten wir uns folgenden Plan überlegt. Sämtliche Schultaschen und Schulsachen hatten sich unabhängig von uns bereits nach Nepalganj auf dem Weg gemacht. In Nepalganj luden wir am Umschlagplatz die jeweils benötigte Menge an Taschen und Schulmaterialien in einen kleineren Truck.

Mit einem voll bepackten Jeep Richtung Distrikt Bardia.

Mit einem voll bepackten Jeep Richtung Bardia.

Mit diesem vollbepackten Truck und unserem Jeep fuhren wir dann in das 2 Stunden entfernte Bardia, um über den gesamten Tag alle dort geplanten Schulen abzuklappern. Nach dem Verteilen der Schultaschen fuhren wir wieder zurück zum Umschlagplatz in Nepalganj, wo wir den nun leeren Truck mit den restlichen Schultaschen und Schulsachen beluden. Der Truck machte sich anschließend direkt auf dem Weg nach Jumla, dem Ort, von wo aus wir nach Dolpa laufen mussten.

Wir würden erst mit unserem Jeep am nächsten Morgen nach Jumla aufbrechen.

In der Hitze von Bardia 6 Schulen auf einen Streich

Wir begannen unseren Projekttag mit knapp zweistündiger Verspätung. Der gemietete Truck war noch nicht am Umschlagplatz gewesen, sodass wir mit dem Beladen warten mussten. Daher erreichten wir das VDC Thakurbaba im Distrikt Bardia erst um 11h. Wir waren somit schon direkt zum Anfang des Projektes zeitlich unter Druck geraten, weil wir wussten, dass auch die Schulen im Terai (südlicher Teil Nepals) um spätestens 16h schlossen.

So rasten wir von einer Schule zur nächsten und verteilten die Schultaschen so schnell wie möglich, ohne wirklich viel Zeit mit den Kindern und den Lehrkräften zu verbringen. Zukünftig werden wir dies definitiv anders gestalten.

Schwitzende, aber glückliche Gesichter.

Schwitzende, aber glückliche Gesichter.

In den ersten beiden Schulen verteilten wir die Schultaschen noch in Klassenräumen. Dort kamen wir so richtig ins Schwitzen. Aufgrund der hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit verwandelte sich ein Klassenraum schnell in eine Sauna. Da unheimlich viele Körper in einen solchen Raum waren und wir auch körperlich darin tätig waren, waren wir konstant am Schwitzen. Letztendlich kann man sagen, dass wir von 11h bis 17h konstant durchgeschwitzt hatten.

Die einzige Zeit, in der wir uns ausruhen konnten, war in den Fahrten zwischen den Schulen. Aber dort wurden wir aufgrund der schlechten Straßen und der knallenden Sonne durchgeschüttelt und erhitzt. Wir hatten noch nicht einmal Zeit gehabt, Mittag zu essen. In diesen wenigen Stunden tranken wir nur literweise Wasser. Die leeren Flaschen vermehrten sich von Stunde zu Stunde in unserem Jeep.

Wartende Kinder...

Wartende Kinder…

Als wir am späten Nachmittag um kurz vor 17h völlig erschöpft an der sechsten und letzten Schule des Projekttages ankamen, saßen die Schulkinder  schon sehnsüchtig auf dem Schulhof und hatten bereits auf uns über eine Stunde warten müssen. Nichtsdestotrotz wurden mit großer Freude empfangen. Wie auch in den anderen Schulen waren die Kinder sehr glücklich über unsere Schultaschen. Aber auch die Schulsachen zauberten den Kleinen ein Lächeln ins Gesicht, sodass wir mit unserer Arbeit sehr zufrieden sind.

Folgende Schulen hatten wir während unseres neunten Schultaschen-Projektes im Distrikt Bardia unterstützt:

Name der Schule Schülerzahl Ort
1 Shree Kausalewari Primary School 89 VDC Thakurbaba
 2 Shree Jana Jagriti Primary School 100 VDC Thakurbaba
 3 Shree Prithivi Primary School 55 VDC Thakurbaba
 4 Nepal Rastriya Lower Secondary School 400 VDC Thakurbaba
 5 Shree Suryodaya Primary School 89 VDC Thakurbaba
 6 Shree Shiva Sundar Lower Secondary School 212 VDC Thakurbaba

Sämtliche Bilder unseres Projekttages aus den sechs verschiedenen Schulen im Distrikt Bardia findet ihr auch in unserer Galerie.

Shree Kausaleswari Primary School

Shree Kausaleswari Primary School

Shree Jana Jagriti Primary School

Shree Jana Jagriti Primary School

Shree Phrithivi Primary School

Shree Phrithivi Primary School

Shree Rastriya Lower Secondary School

Shree Rastriya Lower Secondary School

Shree Suryodaya Primary School

Shree Suryodaya Primary School

Shree Shiva Sunday Lower Secondary School

Shree Shiva Sunday Lower Secondary School

Das Ende eines langen Tages

Als wir um 17.45h mit dem Austeilen der Schultaschen fertig waren, begaben wir uns wieder in unseren Jeep und fuhren zurück nach Nepalganj. Da der Umschlagplatz um 20h schloss, mussten wir uns auf direktem Weg dorthin begeben. Noch immer hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts gegessen. Wir erreichten um kurz vor 20h den Umschlagplatz und luden den Rest der Schultaschen und Schulmaterialien für den zweiten Abschnitt unserer Projektreise  in unseren Truck auf.

Erst um 20.30h waren wir im Stande gewesen, nach etwas Essbaren für uns zu suchen. Gegen 21h hatten wir dann schließlich etwas essen können. Nun blieb noch die Suche nach einem Hotel. Wir wollten partout nicht noch einmal in dem Hotel übernachten, in dem wir die Nacht zuvor verbracht hatten. So begaben wir uns auf die Suche und wurden dabei völlig uneigennützig von einem Bekannten des Restaurantsbesitzers unterstützt, in dem wir zu Abend gegessen hatten.

Und wie es das Karma so wollte, kannte dieser Bekannte jemanden, der in einem luxuriösen Hotel arbeitete, der uns mehr als 50% Rabatt für das Zimmer gewährte. Das Hotelzimmer war ein Traum gewesen – wohl mit einer der besten Zimmer, in denen ich jemals übernachtet habe. Doch leider konnten wir unsere prächtigen Zimmer nicht genießen, weil wir das Hotel am nächsten Morgen um 5h (nach nur 4-5 Stunden Schlaf) wieder verließen.

Wir brachen noch bei Dunkelheit nach Jumla auf.

Hier geht es zum zweiten Abschnitt unserer langen Projektreise.

Unser 9. Schultaschen-Projekt im Distrikt Bardia und Dolpa - Zusammenfassung

Eine Schultasche für jedes Kind – 9 – Zusammenfassung unserer 14-tätigen Reiseroute

Aufbruch in den Westen - Unsere Route

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Wie ihr bekanntlich wisst, hatten wir für unser 9. Schultaschen-Projekt etwas ganz besonderes geplant. Wir wollten aus der „Komfortzone“ vieler Hilfsorganisationen heraus und in noch weiter entlegeneren Regionen unsere Schultaschen verteilen.

Dazu brachen wir im vergangenen September in die Distrikte Bardia und Dolpa auf. Auf Facebook hatten wir euch so gut es ging auf dem Laufenden gehalten, sofern wir während unserer Reise Internet hatten…

14 Tage unterwegs – in Jeeps, Bussen und zu Fuß

Wie beschwerlich unsere Reise gewesen war, möchten wir euch hier noch einmal zusammenfassen. Insgesamt waren wir 14 Tage unterwegs (vom 11.09.17 bis 25.09.17). Davon saßen wir über 79 Stunden in Fahrzeugen, waren über 40 Stunden zu Fuß unterwegs gewesen, und haben knapp 4.000 Höhenmeter überwunden.

Während unserer Reise verteilten wir 2.015 gefüllte Schultaschen an 14 Schulen in den Distrikten Bardia (6) und Dolpa (8). Wir haben zum Teil Schulen unterstützt, die aufgrund ihrer Abgeschiedenheit seit knapp 20 Jahren keine Hilfe mehr erhalten haben.

Wir sind stolz darauf zu den Organisationen zu gehören, die komplett ehrenamtlich getragen werden und in Regionen vordringen, die wirklich Hilfe benötigen!

11.09.2017 – Tag 1 – Kathmandu nach Nepalganj

Sonnenuntergang in Nepalganj

Sonnenuntergang in Nepalganj

Wir hatten die Nacht nicht viel geschlafen, als der Wecker uns um 5h aus den Federn riss. Mit unseren Rucksäcken bepackt, verließen wir unser Zuhause in Kathmandu und wussten nicht allzu recht, was uns in den nächsten 2 Wochen erwarten würde. Pünktlich um 5.30h begann unsere Reise. In einem gemieteten Jeep fuhren wir zu fünft mit einem Fahrer Richtung Südwesten. Unser erstes Zwischenziel Nepalganj erreichten wir um 21.30h nach 16 anstrengenden Stunden. Die Hitze im Süden erwischte uns böse.

12.09.2017 – Tag 2 – Nepalganj nach Bardia und zurück

Durch den Nationalpark von Bardia

Durch den Nationalpark von Bardia

Um 7.30h standen wir vor dem kleinen Depot, an dem unser Lastwagen sämtliche Schultaschen und Schulmaterialien parkte. Nun sollte ein Pickup-Truck mit knapp 1.000 gefüllte Schultaschen und 3.000 Heften beladen werden. Leider verzögerte sich alles, sodass wir erst um 9h nach Bardia aufbrachen konnten. Im Jeep und Pickup erreichten wir nach 2 Stunden die erste Schule im Distrikt Bardia. Bis um 17.30h fuhren wir ohne Pause umher und besuchten insgesamt 6 Schulen.

Danach fuhren wir wieder zurück nach Nepalganj, beluden den Pickup mit den restlichen Sachen, sodass dieser sich bereits auf den Weg nach Jumla machen konnte. Nach einem kurzen Abendessen erreichten wir unser Hotel in Nepalganj um 22.30h.

13.09.2017 – Tag 3 – Nepalganj nach Nagma

Kein Glück auf den Bergstraßen

Kein Glück auf den Bergstraßen

Eigentlich hatten wir geplant, uns ohne Zwischenhalt von Nepalganj nach Jumla zu begeben. Wir hatten gewusst, dass die 345km anspruchsvoll werden würden. Daher brachen wir auch sehr frühzeitig auf. Um 5.30h ging es für uns los. Um 21.30h mussten wir die Fahrt abbrechen, da bei totaler Finsternis es viel zu gefährlich auf den schlecht ausgebauten Bergstraßen wurde. Wegen der tiefen Schluchten und dem rauschenden Karnali Fluss wurde uns Angst und Bange. Wir übernachteten irgendwo im Nirgendwo.

14.09.2017 – Tag 4 – Nagma nach Jumla (Khalanga)

Ein wunderschöner Tag in Jumla.

Ein wunderschöner Tag in Jumla

Nachdem wir uns vom Schock des Vortages erholt hatten, brachen wir von Nagma nach Jumla auf. Bei guten Sichtverhältnissen konnte unser Fahrer das letzte Teilstück in nur 1,5 Stunden absolvieren. So erreichten wir Khalanga (ugs. auch Jumla genannt) noch am frühen Morgen und warteten auf die bestellten Packesel, die eigentlich schon längst hätten da sein sollen. Da die Packesel nicht vor Nachmittag erwartet wurden, genossen wir den Ruhetag in Jumla. Denn ab morgen sollten wir den Rest der Strecke zu Fuß absolvieren. Mindestens 2 Tage waren dafür kalkuliert.

15.09.2017 – Tag 5 – Jumla nach Manisango

Wir waren auf so etwas nicht vorbereitet.

Wir waren auf so etwas nicht vorbereitet.

Der erste Tag zu Fuß ging uns extrem in die Knochen. Um 9h morgens brachen wir in Jumla bei strahlendem Sonnenschein auf. Der Weg war zunächst noch relativ eben gewesen, doch aufgrund der Hitze bereits anstrengend. Plötzlich ging es steil bergauf, es fing an zu regnen und der Wind peitschte uns ins Gesicht. Aus begehbaren Wegen wurden Schlammlandschaften. Wir wurden langsamer und müde. Nach 9,5 Stunden erreichten wir um 18.30h das unheimliche Dorf Manisango, wo wir die Nacht über blieben. Eigentlich wollten wir erst im nächsten Dorf übernachten, doch wir waren einfach zu langsam gewesen. Es wurde bereits dunkel.

16.09.2017 – Tag 6 – Manisango nach Nauli

Auf dem Gipfel von Maurey Lek (über 3.800m)

Auf dem Gipfel von Maurey Lek (über 3.800m)

Nach unruhigem Schlaf im „Geisterhotel“ waren wir froh um 7.30h aufzubrechen. Nach 1,5 Stunden erreichten wir um 9h das Dorf Chotra, wo wir uns das letzte Mal stärken konnten, ehe es hinauf auf den Gipfel ging. Von Chotra zum höchsten Punkt Maurey Lek (über 3.800m) benötigten wir etwa 6 Stunden. Auf dem Gipfel war es sehr windig und kalt gewesen. Das Wetter schlug urplötzlich in Nebel um. Wir stärkten und wärmten uns, konnten aber nicht die Nacht dort oben verbringen. So stiegen wir etwa eine Stunde hinab in ein Farmhouse bei Nauli im Distrikt Dolpa. Der Gipfel stellte dabei eine Art Grenze zwischen den beiden Distrikten Jumla und Dolpa.

17.09.2017 – Tag 7 – Nauli nach JhYakot

Willkommen in Lower Dolpa

Willkommen in Lower Dolpa

Nach zwei langen Tagen zu Fuß hatten wir gestern endlich unsere Zielregion Dolpa erreicht. Nun hieß es „nur“ noch zu den jeweiligen Dörfern zu marschieren und dort die Schultaschen verteilen. Am frühen Morgen brachen wir von Nauli auf und erreichten nach 2,5 Stunden das Dorf Chaurikot, wo wir Kinder aus zwei Schulen glücklich machten. Nach einer kurzen Mittagspause liefen wir 2,5 Stunden von Chaurikot nach Jhyakot. In Jhyakot verteilten wir insgesamt 182 Schultaschen. Höchst zufrieden blieben wir in Jhyakot und verbrachten dort die Nacht.

18.09.2017 – Tag 8 – Jhyakot nach Tapagoan

Das entlegene Dorf Kaigoan in Lower Dolpa

Das entlegene Dorf Kaigoan in Lower Dolpa

Am nächsten Morgen begaben wir uns immer tiefer nach Lower Dolpa hinein. Von Jhyakot stiegen wir dabei zunächst 1,5 Stunden hinab ins Tal, wo wir an einer großen Schule im entlegenen Dorf Kaigoan 372 Kinder glücklich machten. Danach ging es weiter in das etwa eine Stunde entfernte Dorf Hurikot. Auch dort verteilten wir Schultaschen und hatten dabei Glück im Unglück. Gerade als die letzte Schultasche verteilt wurde, fing es an in Strömen zu regnen. Wir warteten den Regen ab und begaben uns letztendlich wieder in höhere Regionen. Das Bergdorf Thapagoan erreichten wir nach etwa 2 Stunden. Dort verbrachten wir auch die Nacht.

19.09.2017 – Tag 9 – Tapagoan nach Jhyakot

Seit 20 Jahren ohne ausländische Hilfe.

Seit 20 Jahren ohne ausländische Hilfe.

Am 9. Tag unserer Projektreise standen die letzten drei Schulen auf dem Programm. Stolz sind wir darauf, dass wir mit dem gestrigen Tag in Hurikot bereits so tief in Dolpa eingedrungen waren, wo seit fast 20 Jahren keine ausländische Organisation mehr gewesen war. Über den gesamten Tag verteilten wir Schultaschen in den Dörfern Tapagoan, Majgoan und Loharbada. Somit endete unser sehr erfolgreiches Projekt in der Region Dolpa mit 1.070 verteilten Schultaschen an 8 entlegenen Schulen.

Nun hieß es für uns den Rückweg anzutreten. Vom Dorf Loharbada liefen wir zunächst zurück nach Jhyakot und sammelten dort Kräfte für den anstrengenden Weg zurück nach Jumla.

20.09.2017 – Tag 10 – Jhyakot nach Nauli

Der gefährlichste Abschnitt unserer Reise

Der gefährlichste Abschnitt unserer Reise

Da wir nun wussten, was uns auf dem Rückweg erwartet, konnten wir die einzelnen Abschnitte zeitlich besser einteilen. Mit weniger Gepäck lief es sich auch gleich besser. So benötigten wir von Jyakot nach Chaurikot weniger als 2 Stunden (auf dem Hinweg waren es 2,5 Stunden). Leider war das Dorf Chaurikot wie ausgestorben gewesen. Fast alle dort lebenden Menschen waren auf ihren Feldern, sodass sich die Suche nach Essbaren als größte Herausforderung darstellte. Auch im zweiten Abschnitt des Tages waren schnell unterwegs gewesen. Von Chaurikot in das Farmhouse bei Nauli benötigten wir nur etwa 2 Stunden und wurden dabei vom Regen voll erwischt. Komplett durchnässt ließen wir uns im Farmhouse nieder. Es war gerade einmal 14.30h gewesen…

21.09.2017 – Tag 11 – Nauli nach Gothichaur

Unser Zwischenziel war Ghotichaur gewesen.

Unser Zwischenziel war Ghotichaur gewesen.

Am frühen Morgen brachen wir von Nauli auf. Mit hohem Tempo rasten wir zum Gipfel hinauf. Nicht einmal eine Stunde hatten wir dafür gebraucht. Nach kleinem Frühstück stürzten wir regelrecht den Hang hinunter. Keine halbe Stunde später waren wir schon wieder im Tal gewesen. Wir hielten das Tempo weiterhin hoch. Keine zwei Stunden später erreichten wir das Dorf Chotra. Eine Stunde später dann das „Geisterdorf“ Manisango. Unser Plan ging auf. Es war gerade einmal 13.30h gewesen, sodass wir direkt weiter liefen. Im „Geisterdorf“ wollten wir einfach nicht übernachten. Auf dem Weg nach Ghotichaur wurden wir wieder von einem heftigen Regenfall erwischt. Wir waren mitten im Wald gewesen und konnten uns glücklicherweise unter einem großen Baum stellen. Aber der Regen verlangsamte uns massiv. Wir benötigten 3 weitere Stunden, um letztendlich in Ghotichaur anzukommen, wo wir auch übernachteten.

22.09.2017 – Tag 12 – Gothichaur nach Jumla (Khalanga)

Wieder zurück in Jumla

Wieder zurück in Jumla

Der letzte Teilabschnitt gestaltete sich schwieriger als vermutet. Zu viele Kilometer lagen uns schon in den Knochen. Die Muskeln waren von den ganzen Auf- und Abstiegen bereits hart gewesen. Die Füße schmerzten. Die Haut juckte von den unsauberen Betten. Und der gestrige Regen hatte fast den kompletten Weg zu einer großen Schlammlandschaft gemacht, die extrem schwer zu belaufen war. Wir benötigten gute 5 lange Stunden, ehe wir völlig entkräftet am späten Nachmittag in Khalanga (Jumla) ankamen. Somit war der Trekking-Teil dieser Projektreise offiziell beendet.

23.09.2017 – Tag 13 – Jumla (Khalanga) nach Surkhet

Ein Erdrutsch auf dem Weg nach Surkhet.

Ein Erdrutsch auf dem Weg nach Surkhet.

Strapazen ohne Ende von Jumla nach Surkhet (261 km). Um 4h morgens ging es los. Erst nach fast 20 Stunden kamen wir um kurz vor Mitternacht in Surkhet an. Ein Erdrutsch machte nicht nur uns das Leben schwer. Um auf die andere Seite zu kommen, mussten wir einen steilen Abhang hinuntersteigen und unsere letzten Kraftreserven für den schwierigen Aufstieg aufbrauchen. Heftige Regenfälle machten den Abstieg zunächst zur Rutschpartie. Eines unserer Vereinsmitglieder kam mit dem Schrecken davon, als es ausrutschte und dem Abhang gefährlich nah kam…

24.09.2017 – Tag 14 – Surkhet nach Kathmandu

Der letzte Tag unserer Schultaschen-Reise hatte es noch einmal in sich. Über 21 (!!!) Stunden hatten wir für den letzten Teil der Reise von Surkhet nach Kathmandu gebraucht. Dabei benötigten wir für die letzten 25km bis an die Stadtgrenze von Kathmandu unfassbare 3 Stunden!! Von der Stadtgrenze bis zu unserer Unterkunft vergingen noch einmal 2,5 Stunden (ca. 15km).  Der Verkehr in Kathmandu ist einfach der Horror.


Fazit

Unser 9. Schultaschen-Projekt in den Distrikten Bardia und Dolpa war ein voller Erfolg gewesen!! Wir konnten dank eurer tollen Unterstützung 2.015 Kinder aus 14 Schulen mit Schultaschen und Schulmaterialien versorgen.

Die Projektreise war ein großes Abenteuer gewesen – anstregend, aufregend aber auch wunderschön. Wir haben so viel vom Land sehen können. Von der Hitze im südlichen Flachland bis hin zur Kälte in den Bergen.

Wir möchten uns ganz herzlich bei unseren Projektpartnern bedanken, die sich aufopferungsvoll für dieses Projekt eingesetzt haben.
Einen großen Dank geht auch an die einheimische Bevölkerung in Bardia und Dolpa, die immer hilfsbereit gewesen war und uns in allen Belangen unterstützt haben.
Und schließlich noch ein ganz großes Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender sowie unsere Förderinnen und Förderer, die dieses Projekt erst ermöglicht haben.

DANKE!

  • Bilder und den Bericht über unseren Projekttag in Bardia findet ihr hier.
  • Bilder und den Bericht über unseren Projekttag in Dolpa findet ihr hier.
Neues Ärztezimmer in der Behindertenschule

Neues Ärztezimmer in der Behindertenschule

Wenn Vereinsmitglieder zum ersten Mal die Behindertenschule besuchen, sind sie oftmals von dem Gelände und der Einrichtung begeistert. Viele von ihnen wissen nicht, welch einen langen Weg wir bereits hinter uns haben.

Das Gelände der Behindertenschule.

Das Gelände der Behindertenschule.

Unser Verein betreut die Behindertenschule Nirmal Bal Bikas bereits seit dem Frühjahr 2013. Damals stand die Schule kurz vor dem Zusammenbruch. Die Gebäude waren marode, es gab keine Toiletten und Duschen, und Winter froren die Menschen aufgrund des eiskalten Wassers. Magenerkrankungen traten häufig vor. Denn gefiltertes Wasser gab es keines. So war es nicht verwunderlich, dass weder Kinder noch Lehrkräfte Spaß hatten, in der damaligen Behindertenschule Zeit zu verbringen.

Das hat sich glücklicherweise alles geändert. Schritt für Schritt übernahmen wir Aufbauarbeiten und Neukonstruktionen. Wir hatten einen klaren Plan für die Schule gehabt. Zunächst sollte der Fokus auf die physischen Gegebenheiten der Schule gesetzt werden. Nach und nach verbesserten wir die Infrastruktur mit diversen Groß- und Kleinprojekten. Die Schule erschien im neuen Glanz und die Motivation bei allen war wieder ganz weit oben.

Mittlerweile genießt die Behindertenschule einen soliden Standard. Es gibt Toiletten, Duschen, Wasserfiltersysteme, Solaranlagen, Strom und warmes Wasser. Das gesamte Gelände wurde renoviert und kindertauglich gemacht. Spielplätze und Spielräume wurden errichten. Der Spaß kehrte wieder zurück.

Harte Arbeit...

Harte Arbeit…

Die erste Phase unseres 3-Stufen-Plans benötigte etwa vier Jahre. Dazwischen zerstörte das Erdbeben in 2015 wichtige Baufortschritte. Seit Anfang des Jahres läuten wir Phase 2 in der Behindertenschule ein. Der Fokus rückt von Baumaßnahmen nun auf das gesundheitliche Wohl der Kinder und Erwachsenen in der Schule.

Unser neues Ärztezimmer

Unser neues Ärztezimmer

Mit der Errichtung eines Ärztezimmers, welches noch nie zuvor in der Schule existierte, machten wir den ersten Schritt. Ein alter Abstellraum wurde für diesen Zweck geopfert.

Es war ein Haufen Arbeit gewesen, diesen sehr verschmutzen Raum erst einmal zu reinigen und tauglich zu gestalten. Mit der Hilfe von nepalesischen Ärzten besorgten wir alle wichtigen Gegenstände, die ein zukünftiger Arzt in dem Raum benötigen würde.

Die offizielle Eröffnung des Raums steht noch aus. Denn was bringt schon ein Ärztezimmer ohne eine ausgebildete Fachkraft?! Wir sind daher zurzeit auf der Suche nach Allgemeinmediziner/innen und Physiotherapeuten, die gewillt sind, als Teilzeitkraft in der Behindertenschule arbeiten zu wollen. Ziel ist es, Ärztinnen und Ärzte regelmäßig in der Schule zu haben. Wir freuen uns schon auf die Zukunft 🙂

Alle Bilder von den Bau- und Einrichtungsmaßnahmen findet Ihr in unserem Album.