Update zu unserem ersten Wasserprojekt in Ghorka

Vor wenigen Wochen stellten wir unser erstes Wasser-Projekt in Ghorka fertig. Eine kleine Dorfregion konnten wir dadurch mit Wasser versorgen. Aber unsere Arbeit war damit noch nicht vollkommen beendet!

Wir haben nun ein bisschen mehr investiert, um den „Brunnen“ am Flussbett gegen steigende Wasserpegel während des Monsuns zu stabilisieren

So sieht das ganz nun aus.

Der Brunnen am Flussbett ist nun vor starken Fluten gesichert.

Schultaschen-Projekt 11 in Myagdi & Mustang | Projektbericht

Unser 11.Schultaschen-Projekt konnten wir Mitte März 2019 mit großem Erfolg beenden . In den Distrikten Myagdi und Mustang verteilten wir innerhalb von 9 Projekttagen 2.500 mit Schulmaterialien gefüllte Schultaschen an Kinder aus 38  Schulen. Unser bis dato größtes Schultaschen-Projekt forderte uns organisatorisch und logistisch einiges ab. Nichtsdestotrotz hielten wir unsere  Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung während der Projektreise wieder einmal minimal.

Infografik zum Schultaschen-Projekt in Myagdi und Mustang.

Infografik zum Projekt (zum Vegrößern klicken)

Bilder von unserem Projekt haben wir Euch in unserer Galerie aufbereitet:


Ein Projekt mit sehr viel Anlaufzeit

Die Idee für ein Projekt in Mustang hatten wir bereits während der Rückreise unseres Schultaschen-Projekts in Panchthar im Februar 2018. Für unser gesamtes Team war dies ein Traum, da noch niemand von uns zuvor in dieser sagenumwobenen Region gewesen war.

Es dauerte bis zum Sommer 2018, ehe sich unser Vorhaben konkretisierte. Gemeinsam mit unserem Projektpartner Project Volunteer Nepal sprachen wir über verschiedene Optionen, wie wir ein Projekt in Mustang effizient und wirkungsvoll ausführen könnten. Schließlich wurden geeignete und zuverlässige Kontaktpersonen in der Region Mustang und Myagdi gefunden, die uns bei der Projektorganisation helfen sollten.

Bis in den November hinein sammelten und aktualisierten die Kontaktpersonen Daten aus den verschiedenen Schulen. Wie immer brauchten wir nämlich eine vollständige Liste der jeweils eingeschriebenen Schulkinder sowie die (halbwegs) genaue Lage der Schulen. Ohne die Unterstützung von ortskundigen Personen vor Ort ist ein solches Projekt niemals möglich!

Das Timing war perfekt, um pünktlich zu Weihnachten eine unserer wenigen aktiven Spendenaktionen zu beginnen. Von unserem Förderpartner EthikBank wurden wir tatkräftig unterstützt. Die EthikBank widmete nämlich ihre jährliche Weihnachtsspendenaktion unserem Schultaschen-Projekt. Damit war die Finanzierung des Projekts sichergestellt!


Schultaschen, Schulhefte, Mäppchen und Schulmaterialien

Gemeinsam mit unserem Projektpartner, den Schuldirektoren und den ortskundigen Koordinatoren beschlossen wir, das Projekt Anfang März zu beginnen. Dies gab uns genügend Vorlaufzeit, um die Sachspenden produzieren zu lassen.

7.500 Schulhefte für Kinder in Mustang und Myagdi.

7.500 Schulhefte für Kinder in Mustang und Myagdi.

Mit den Vorgaben unserer Koordinatoren in Mustang und Myagdi begannen wir Ende Dezember bei unserem Produzenten des Vertrauens die Produktion von 2.500 Schultaschen und 2.500 Mäppchen. Der in der Nähe ansässige Hefte-Hersteller bekam von uns den Auftrag 7.500 Hefte zu produzieren. Über seine Kontakte bestellten wir zusätzlich sämtliche Schulmaterialien (7.500 Bleistifte, 5.000 Kugelschreiber, 2.500 Lineale, 2.500 Radiergummis und 2.500 Spitzer).

Aufgrund der guten Beziehungen durften wir  sämtliche Sachen kostenfrei eine Zeit lang in den jeweiligen Fabriken der Hersteller lagern. Andernfalls wäre es für uns eine extrem teure logistische Herausforderung geworden!


Die aktiven Vorbereitungen bis zum Projektstart am 06.03.2019

Nachdem wir alles ausgepackt hatten, ging es ans Befüllen der Mäppchen.

Nachdem wir alles ausgepackt hatten, ging es ans Befüllen der Mäppchen.

Am 25.02.2019 begannen wir mit dem Packen der „Schulsachen-Pakete“.  Um das spätere Verteilen der Schulsachen zu beschleunigen, mussten wir wie immer die ganzen Stifte, Lineale etc. bereits in die Mäppchen verpackt haben. Das bedeutete für uns stundenlange, penible Kleinstarbeit über mehrere Tage. Erst einmal musste alles ausgepackt werden, um dann wieder alles einzeln in die Mäppchen verpackt werden. Eine unglaubliche Fummelarbeit, die unsere Hände komplett verschmutzt zurückließen. Drei Tage hat dieser Spaß gedauert…

In einem Sack sind 100 Schultaschen...

In einem Sack sind 100 Schultaschen…

Am 01.03.2019 begann der logistische Einsatz. Pure Muskelkraft war nun gefragt! Unglaublich wie fit die kleinen Träger doch sind. Wir hatten tagsdarauf jedenfalls schrecklichen Muskelkater. Mit einem Jeep, dessen Ladefläche komplett bis oben gefüllt war, brachten wir unsere Schultaschen zu einem Transportunternehmen an einem LKW-Umschlagplatz. Danach fuhren wir zur Hefte-Fabrik und beförderten sämtliche Schulsachen ebenfalls zum Umschlagplatz.

In der Nacht auf den 02.03.2019 machte sich der LKW mit unseren Sachen auf den Weg nach Beni im Distrikt Myagdi. Dort sollte er zwei Tage später ankommen.


Zwei Teams, um den Projekterfolg zu garantieren

Um sicherzugehen, dass unsere Schultaschen und Schulsachen in Beni richtig verteilt werden, mussten wir selbst in Beni vor Ort sein. Zum ersten Mal während einer Schultaschen-Projekts reisten wir in zwei verschiedenen Teams.

In Beni verteilten wir die Sachspenden um.

In Beni verteilten wir die Sachspenden um.

Team A nahm am Morgen des 02.03.2019 einen Touristenbus nach Pokhara, um den LKW nachzureisen. Am Morgen des 03.03.2019 reiste Team A von Pokhara nach Beni und empfing dort am späten Nachmittag den LKW. Die Schultaschen und Schulsachen für die Schulen im Distrikt Myagdi luden wir auf einen neuen Jeep um, der mithilfe von unseren Koordinatoren die Sachspenden bereits in die jeweiligen Schulen in Myagdi bringen sollte. Der Jeep aus Mustang schaffte es aufgrund von heftigen Schneefällen nicht nach Beni.

Den Projekterfolg verdanken wir hilfsbereiten Menschen!

Den Projekterfolg verdanken wir hilfsbereiten Menschen!

Daher mussten wir die Schultaschen und Schulsachen in Beni in einer kleinen Lagerhalle zwischenlagern. Glücklicherweise stellte uns der Besitzer seine Räumlichkeit kostenfrei zur Verfügung!

Damit war die Hauptaufgabe von Team A erledigt, sodass einer aus dem Team am Morgen des 05.03.2019 in den Süden nach Chitwan reiste, um dort eines unserer Patenkinder zu treffen.

Team B kam am Nachmittag des 05.03.2019 in Pokhara an. Gemeinsam mit dem Rest aus Team A reisten sie zusammen direkt nach Beni weiter, um dort die Nacht zu verbringen.

Am 06.03.2019 begann offiziell unser Projekt.


Glück im Unglück – Das Wetter am Ende auf unserer Seite!

Am Ende verlief das gesamte Projekt nach Plan. Aber bis es zu jenem Plan kam, gab es einige Umplanungen. Unsere Schultaschen-Route mussten wir aufgrund von heftigen Schneefällen in Mustang, die ungewöhnlicherweise noch den gesamten Februar andauerten, drei Mal komplett ändern. Der finale Plan entstand wenige Tage vor Projektstart.

Wie viel Glück wir hatten, zeigte sich auch während der Umverteilung unserer Schulsachen in Beni. Dort hatte es am 03.03.2019 der Jeep aus Mustang nicht einmal geschafft, nach Beni zu kommen. Eineinhalb Wochen später verbesserte sich die Lage in Mustang maßgeblich, sodass wir problemlos durchkamen – ein riesen Glück!

Am Ende müssen wir uns bei den Wettergöttern bedanken. Das Wetter war auf unserer Seite. Trotz zum Teil eisiger Kälte in der Nacht und den extremen Winden waren wir mit dem Wetter sehr zufrieden. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass die Straßenbedingungen absolut abenteuerlich waren, sind wir heilfroh von Schnee und Eis auf der Fahrbahn verschont geblieben zu sein. Ein großes Lob möchten wir unseren Fahrer aussprechen! Wir haben uns auf den schmalen und äußerst steilen Pisten – trotz tiefer Abhänge – immer sicher gefühlt!


Eine unglaublich natürliche Schönheit in Myagdi und Mustang

Mehr Eindrücke in unserer Galerie.

Mehr Eindrücke in unserer Galerie.

Die Schultaschen-Reise nach Myagdi und Mustang war für uns die bis dato schönste Region, die wir jemals besucht haben. Die bergige Landschaft ist atemberaubend. Die gesamte Landschaft ist sehr felsig, aber dennoch mit viel Grün! Schwer in Worte zu fassen – unglaublich!

Gerade aufgrund der Landschaft haben Kinder dort einen beschwerlicheren Schulweg als anderswo. In der Regel laufen die Kinder etwa eine Stunde, um zur Schule zu kommen…


Unser Tagesablauf während der Projektreise

Innerhalb von 9 Projekttagen verteilten wir 2.500 Schultaschen an Kinder aus 38 Schulen. Logistisch und zeitlich war es für uns natürlich nicht möglich gewesen, alle 38 Schulen zu besuchen. Wie auch bereits bei den anderen großen Schultaschen-Projekten kreierten wir sogenannte „Centers“, wo mehrere umliegende Schulen zusammenkamen. Unsere „Centers“ waren alles Schulen, die im Zentrum von Nachbarsschulen lagen.

23 solcher „Centers“ haben wir kreiert und besucht. Das heißt, dass Kinder aus 15 der 38 Schulen sich zu ihren jeweiligen „Centers“ haben begehen müssen. Bedauerlicherweise war für eine Schule in Myagdi die Entfernung weiter als die Koordinatoren gedacht hatten, sodass die Kinder einen zweistündigen Fußweg bergab zum „Center“ hinter sich lassen mussten.

Die einzelnen „Centers“ lagen etwa eine Stunde Fahrtzeit voneinander entfernt. In der Regel begann unser Tag um 9h morgens am ersten „Center“ und endete gegen 16h am letzten „Center“ des Tages. Während eines Projekttages besuchten wir je nach Anzahl der Schulkinder zwei bis drei „Center“.


Die besuchten Schulen – welche Schulen und warum

Bei sämtlichen Kindern, die wir mit unserem Schultaschen-Projekt unterstützt haben, handelte es sich um Schulkinder von staatlichen Schulen!

Interessanterweise sind die meisten Kinder in den Schulen von Mustang nicht ursprünglich aus Mustang! Die Familien der Kinder stammen aus unterschiedlichsten Regionen Nepals. Viele sind allerdings aus der Dhalit-„Kaste“ (die „Unberührbaren“). Das liegt allen voran daran, dass in Mustang aktuell extrem viel gebaut wird. Eine große Straßenerweiterung bis an die chinesische Grenze ist im Bau. Die meisten Bauarbeiter stammen aus den niedrigen Kasten Nepals und haben sich mit ihren Familien nun in Mustang niedergelassen.

Eine Schultasche diesen Kindern zu schenken, ist uns ein besonderes Anliegen! Für die meisten Kinder der Dhalit-Kaste ist unsere Schultasche die erste Schultasche, die sie selbst besitzen dürfen! Eine Schultasche von etwa 5€ machen zwei Tageslöhne eines Bauarbeiters aus…


Überall strahlende Kindergesichter

Natürlich haben sich die Kinder massiv über unsere Schultaschen gefreut. Wie sehr sie sich an ihre erste Schultasche herbeigesehnt haben, zeigt sich an den Kommentaren der Lehrkräfte. Viele von ihnen erzählten uns, dass nachdem die Schultaschen die Schulen erreicht hatten, die Kinder täglich fragten, wann unser Team denn endlich kommen würde, damit das Verteilen endlich durchgeführt werden konnte.

Vor allem die jüngeren Kinder, die noch nie eine Schultasche besessen haben, waren äußerst dankbar und tanzten und sangen vor Freude, als unser Jeep anfuhr.


Was nehmen wir aus dem Projekt mit?

Das Schultaschen-Projekt ist erfolgreich beendet und mittlerweile konnten wir 9.011 Kinder aus 93 Schulen glücklich machen. Tausend weitere werden in Zukunft noch folgen!

Vor allem in Mustang konnten wir die Problematik von zu kurzdenkenden westlichen „Entwicklungshelfern“ sehen, die sich mit Projektarbeit eine goldene Nase verdienen. „Baut doch lieber eine Schule“ ist ein häufiger Kritikpunkt, den wir von erfahrenen „Entwicklungshelfern“ hören. Eine Schule zu bauen, ist für uns finanziell überhaupt kein Problem, aber die Frage ist doch, wie und vor allem wer sich danach um diese Schule kümmert.

Das Ausmaß von „Lass uns eine Schule bauen“ mussten wir traurigerweise in Mustang fast täglich begegnen. Westliche Organisationen pumpen so viel Geld in den Bau einer von außen luxuriösen Schule, ohne sich dem wesentlichen zu widmen. Es geht einzig nur um den Prachtbau. Wir haben in Mustang Schulen gesehen, die äußerst gut aussahen, während die Lebensbedinungen in den dazugehörigen Hostels desolat sind.

Ganz nach dem Sinn von erfolgreicher, westlicher Entwicklungshilfe: „So jetzt haben wir hier eine Schule fertiggebaut – gehen wir zum nächsten Ort“.

Ob wir den ganzen Schulen unter die Arme greifen können, besprechen wir aktuell intensiv mit unseren Projektpartnern. Das Problem ist dabei, dass mit unserer Unterstützung andere Organisationen genauso weitermachen können, wie sie aktuell handeln. Und da deren Projektmanager sich ihr Gehalt aus den Spendengeldern verdienen, können und wollen wir ihre Bereicherung nicht unterstützen!

11. Schultaschen-Projekt hat heute gestartet!

Wie viel Aufwand ein solches Projekt nach sich zieht, zeigt sich an den Aufgaben kurz vor Projektstart. In den letzten  beiden Wochen haben wir telefoniert, organisiert, geschleppt, entpackt, verpackt, und dann wieder geschleppt… Sogar der LKW-Ladung reisten wir nach, um diese noch vor Projektbeginn am Zielort in Beni in Empfang zu nehmen…

Aber es hat sich wahrhaftig gelohnt! Denn mit diesen Vorbereitungen konnte unser Projekt-Team heute unser 11. Schultaschen-Projekt beginnen.

Wir sind ungemein stolz, dass wir wieder einmal unser Projekt in Regionen durchführen, die von vielen anderen Hilfsorganisationen gemieden werden! Wir sind stolz darauf, dass wir alles unentgeltlich und ehrenamtlich erledigen!
Wir gehen mit gutem Beispiel voran. Und das verdanken wir nur Euch! 🙂

Vielen Dank für Euer Engagement und Euer Vertrauen in uns!!
Folgt uns auf Facebook, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben 🙂

7.500 Schulhefte für unser Schultaschen-Projekt

Nur noch gut 2 Wochen bis unsere Schultaschen-Reise nach Myagdi und Mustang losgeht!! Nachdem zuvor die ersten Schultaschen fertig produziert wurden, sind es nun die Hefte, die abholbereit sind!

7.500 Schulhefte warten darauf, dass sie abgeholt werden. Kurz vor dem Start unseres Schultaschen-Projekts nimmt alles langsam aber sicher Gestalt an ❤️

Uns und Project Volunteer Nepal graut es schon etwas vor dem Beladen… 150 Bündel à 50 Hefte müssen durch einen kleinen Innenhof und über eine schmale Treppe hinauf zur Straße getragen werden Wenigstens sparen wir uns so den Weg zum Fitnesscenter…

7.500 Schulhefte für Kinder in Mustang und Myagdi.

7.500 Schulhefte für Kinder in Mustang und Myagdi.

7.500 Schulhefte für Kinder in Mustang und Myagdi.

7.500 Schulhefte für Kinder in Mustang und Myagdi.

Eine Schultasche für jedes Kind in Lower Dolpa

Eine Schultasche für jedes Kind – 9 – Zusammenfassung Abschnitt 2: Dolpa Distrikt

Aufbruch in den Westen - Unsere Route

Unsere Route (zum Vergrößern klicken)

Während unseres neunten Schultaschen-Projektes besuchten wir zwei ungleiche Distrikte. Im Süden Nepals waren wir der Hitze im Distrikt Bardia ausgesetzt, während wir im Norden Nepal im Distrikt Dolpa auf tagelange Wanderung gingen.

Die Erfahrungen, die wir auf dieser insgesamt 14-tägigen Projektreise gewinnen konnten, sind unbeschreiblich gewesen! 2.015 mit Schulsachen gefüllte Schultaschen konnten wir auf unserer Reise verteilen.

Den ersten Abschnitt der Reise in den Distrikt Bardia haben wir hier für euch zusammengefasst.

Der zweite Abschnitt unserer Projektreise: Lower Dolpa

Während wir im ersten Teil unserer Reise unter den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit im Süden des Landes litten, war der zweite Abschnitt unserer Projektreise der körperlich weitaus anstrengendere Teil. Tagelange Fußmärsche und eine Höhe von knapp 4.000 Metern mussten bewältigt werden, ehe wir das erste Dorf in Lower Dolpa erreichten. In Lower Dolpa wanderten wir zu acht Schulen in acht verschiedenen Dörfern und versorgten im Zuge dessen 1.070 Schulkinder mit Schultaschen und Schulmaterialien.

1.070 Schultaschen für Kinder an acht Schulen in Dolpa

1.070 Schultaschen für Kinder an acht Schulen in Dolpa

Alle Bilder aus Dolpa findet ihr auch in unserer Galerie.

Todessehnsucht auf dem Weg von Nepalganj nach Jumla

Die Fahrt vom Flachland im Süden ins nördliche Gebirge hatte es in sich. Für die gerade einmal ca. 340km benötigten wir unglaublicherweise fast 18 Stunden und sogar einen unplanmäßigen Zwischenstopp.

Dabei hatte die Reise so gut begonnen. Noch bevor die Sonne ans aufgehen dachte, verließen wir unser Hotel in Nepalganj und fuhren in unserem Jeep gen Norden. Die Straßen waren relativ frei, das Wetter war sehr gut und wir kamen gefühlt schnell voran. Doch dem war leider nicht so. Unser Fahrer war nicht sonderlich geübt darin, auf Bergstraßen zu fahren, sodass wir sogar von großen Bussen und Trucks überholt wurden. Am Nachmittag standen wir zudem noch in einem Stau, da ein Lastwagen vor uns Probleme hatte.

So kam es wie es kommen musste. Als es langsam am Horizont anfing zu dämmern, fuhren wir an einer größeren Bergsiedlung vorbei und entschieden uns fälschlicherweise unsere Fahrt nach Jumla fortzusetzen. Schließlich waren es nur noch 75km gewesen.

Idyllisch geht es her bei unserem unplanmäßigen Zwischenstopp.

Idyllisch geht es her bei unserem Zwischenstopp.

Doch als wir nach drei Stunden Fahrt gerade einmal 45km hinterlegt hatten, war es bereits pechschwarz geworden. Der rauschende Fluss in der Tiefe versetzte uns in Angst und Schrecken. Die Straße war so schlecht ausgebaut, dass wir  extrem vorsichtig fahren mussten. Schließlich beschlossen wir unsere Fahrt zu stoppen und die Nacht irgendwo im Nirgendwo zu verbringen. Es war aber die richtige Entscheidung gewesen. Das Risiko war einfach zu hoch.

16 Maulesel tragen 1.070 Schultaschen und Schulsachen

Nach unserem Höllentrip auf den Bergstraßen, kamen wir am nächsten Morgen in Jumla an. Dort wartete bereits der Truck, den wir zwei Tage zuvor mit den Schultaschen und Schulmaterialien von Nepalganj nach Jumla geschickt hatten. Jumla stellte auch die letzte befahrbare Station dar, ehe wir zu Fuß nach Dolpa mussten.

Gruppe 1 der Maulesel - 7 von 16.

Gruppe 1 der Maulesel – 7 von 16.

Um die 1.070 Schultaschen; 3.300 Schulhefte; 1.070 Radiergummis, Spitzer, Mäppchen, Lineale; 2.140 Bleistifte und 3.210 Kugelschreiber nach Dolpa zu transportieren, mieteten wir 16 Maulesel. Am Abend beluden wir sämtliche Maulesel und waren nun bereit, um nach Dolpa aufzubrechen. Da die Maulesel viel schneller als wir unterwegs sein würden, machten wir aus, dass die Herdenführer mit den Mauleseln vorausgehen sollten. Sie brachen am nächsten Morgen bereits um 4h auf.

Insgesamt 8 Tage zu Fuß zu insgesamt 8 Schulen

Es begann flach in Jumla.

Es begann flach in Jumla.

Um 9h machten wir uns dann ebenfalls auf den Weg. Am Anfang waren wir noch guter Dinge und hatten viel Freude am Laufen. Schließlich war es noch sehr flach gewesen. Doch von Minute zu Minute knallte die Sonne mehr und machte uns zu schaffen – Sonnenbrand inklusive.

Wir wünschten uns Wolken für den anstehenden Aufstieg Wolken herbei. Zunächst ging es gleichmäßig bergauf, um plötzlich extrem steil zu werden. Die Muskeln zuckten, der Schweiß lief.

Der Regen machte das Laufen nicht einfacher.

Der Regen machte das Laufen nicht einfacher.

Wir kamen nur langsam voran und mussten mehrere Unterbrechungen hinnehmen. Urplötzlich schlug dann auch noch das Wetter um. Aus den herbeigesehnten Wolken entwickelte sich ein fieser, kalter Regen. Der Wind tat sein übriges, um unseren Weg weiter zu erschweren. Die Kräfte ließen nach. Erst gegen 15h erreichten wir dn Ort für die Mittagspause. Lange konnten wir uns nicht ausruhen, da wir noch einen langen Weg vor uns hatten. Wir quälten uns weitere drei Stunden, ehe wir am Abend das nächste Dorf erreichten.

Die Nacht war für alle von uns sehr ungemütlich gewesen. Wir haben uns an diesem Ort einfach nicht wohl gefühlt. Das Dorf Manisango strahlte etwas unheimliches aus. Keiner von uns weiß so recht, was es war. Doch niemand von uns konnte trotz großer Erschöpfung schlafen.

Keine gute Aussicht...

Keine gute Aussicht…

Am nächsten Morgen brachen wir so früh wie möglich vom Geisterdorf auf. Das nächste Dorf Chotra erreichten wir nach fast zwei Stunden. Dort frühstückten wir und stärkten uns noch einmal vor dem Anstieg zum Maury Lek, dem höchsten Punkt unserer Reise und der Gipfel, der inoffiziell die Distrikte Jumla und Dolpa teilt. Wir erreichten völlig ausgepowert nach etwa sechs Stunden den Gipfel auf etwas mehr als 3.800m und wurden von eisiger Kälte und viel Nebel begrüßt.

Da auf dem Gipfel keine Übernachtungsmöglichkeiten gegeben waren, stiegen wir etwa eine Stunde steil hinab in das Dorf Nauli. Dort verbrachten wir die Nacht.

Das Verteilen beginnt endlich

Am nächsten Morgen brachen wir in das Dorf Chaurikot auf, wo wir unsere erste Station ausgemacht hatten, um Schultaschen zu verteilen. Außerdem baten wir die Lehrkräfte des etwa 30-minütigen Nachbardorfes Chanchu, ihre Schulkinder nach Chaurikot zu führen. So konnten wir in Chaurikot zwei Schulen gleichzeitig helfen, ohne viel Zeit zu verlieren.

Schulkinder im Dorf Jhyakot.

Schulkinder im Dorf Jhyakot.

Denn der erste Tag war für uns noch lange nicht  vorbei gewesen. Nach dem Mittagessen in Chaurikot liefen wir etwa 2,5 Stunden zum nächsten Dorf weiter. In Jhyakot warteten die Schulkinder bereits sehnsüchtig auf uns. Routiniert verteilten wir an der größten Schule des Tages alle Schultaschen und erfreuten uns an den glücklichen Gesichtern der Kinder. Wir verbrachten die Nacht in einer gemütlichen kleinen Unterkunft und erholten uns von dem anstrengenden Tag.

Überall glückliche Gesichter.

Überall glückliche Gesichter.

Der nächste Morgen führte uns von Jhyakot hinab ins Tal nach Kaigaon. 1,5 Stunden benötigten wir auf teils schwer begehbaren Terrain. 372 Schülerinnen und Schüler durften sich an neuen Schultaschen erfreuen. Nach dem Mittagessen packten wir unsere Sachen und liefen knapp eine Stunde ins Nachbardorf Hurikot. Nun waren wir schon so weit in den Distrikt Dolpa vorgedrungen, dass uns erzählt wurde, dass sich keine internationale Hilfsorganisation mehr seit etwa 20 Jahren dort blicken ließ.

Umso glücklicher sind wir, dass wir diesen Schritt gewagt haben! Am späten Nachmittag machten wir uns wieder hinauf in höhere Ebenen. Fast zwei Stunden benötigten wir um Thapagaon zu erreichen, wo wir die Nacht verbrachten.

Am nächsten Tag fingen wir früh mit dem Verteilen an, da wir die letzten drei Dörfer unserer Projektreise abklappern mussten: Thapagaon, Majgaon und Loharbada. Somit haben wir in Lower Dolpa an 8 Schulen genau 1.070 mit Schulsachen gefüllte Schultaschen verteilt.

Folgende Schulen hatten wir während unseres neunten Schultaschen-Projektes im Distrikt Dolpa unterstützt:

Name der Schule Schülerzahl Ort
1 Sundari Primary School 25 Chaurikot
 2 Munamadan Primary School 44 Chanchu
 3 Shree Bhagwati High School 182 Jhyakot
 4 Tripura Higher Secondary School 372 Kaigaon
 5 Jagdulla Primary School 98 Hurikot
 6 Shree Mahadev Lower Secondary School 167 Thapagaon
7 Kagmara Primary School 98 Majgaon
8 Nepal Rastriya Lower Secondary School 116 Loharbada

Sämtliche Bilder unseres Projekttages aus den acht verschiedenen Schulen im Distrikt Dolpa findet ihr auch in unserer Galerie.

Sundari Primary School

Sundari Primary School

Munamadan Primary School

Munamadan Primary School

Shree Bhagwati High School

Shree Bhagwati High School

Tripura Higher Secondary School

Tripura Higher Secondary School

Jagdulla Primary School

Jagdulla Primary School

Shree Mahadev Lower Secondary School

Shree Mahadev Lower Secondary School

Kagmara Primary School

Kagmara Primary School

Nepal Rastriya Lower Secondary School

Nepal Rastriya Lower Secondary School

Eine Schultasche für jedes Kind im VDC Thakurbaba im Distrikt Bardia

Eine Schultasche für jedes Kind – 9 – Zusammenfassung Abschnitt 1: Bardia Distrikt

Aufbruch in den Westen - Unsere Route

Unsere Route (zum Vergrößern klicken)

Unser neuntes Schultaschen-Projekt führte uns weit weg aus Kathmandu. Insgesamt waren wir auf unserer Projektreise 14 Tage lang unterwegs gewesen – mit Höhen und Tiefen. Innerhalb dieser Zeit verteilten wir genau 2.015 Schultaschen in insgesamt zwei verschiedenen Distrikten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Trotz der ganzen Anstrengungen auf unserer Reise sind wir sehr froh, dass wir dieses Mega-Projekt angegangen sind.

Der erste Abschnitt unserer Projektreise: Bardia

Der erste Abschnitt unserer Projektreise führte uns über Nepalganj in das VDC Thakurbaba im Distrikt Bardia. Dort besuchten wir innerhalb eines kompletten Projekttages 6 verschiedene Schulen und verteilten insgesamt 945 mit Schulmaterialien gefüllte Schultaschen.

945 Schultaschen für Kinder an 6 Schulen im Distrikt Bardia.

945 Schultaschen für Kinder an 6 Schulen im Distrikt Bardia.

Alle Bilder aus Bardia findet ihr auch in unserer Galerie.

Stundenlange Fahrt und die Sonne knallt…

Bereits am ersten Tag unserer Schultaschen-Reise saßen wir über 16 Stunden in einem Jeep von Kathmandu nach Nepalganj. Glücklicherweise hatte unser Fahrzeug eine Klimaanlage. Denn der südliche Teil Nepals begrüßte uns mit extremen Temperaturen. Selbst als wir spät in der Nacht in Nepalganj ankamen, fingen wir sofort nach Ausstieg aus unserem Jeep an zu schwitzen.

Das Beladen war gar nicht so leicht gewesen...

Das Beladen war gar nicht so leicht gewesen…

Am nächsten Morgen suchten wir den Umschlagplatz unseres Transportunternehmens auf. Wir hatten nämlich einen Tag zuvor in einem Lastwagen 2.000 Schultaschen, 6.100 Schulhefte, 2.000 Mäppchen, 2.000 Radiergummis, 2.000 Spitzer, 2.000 Lineale, 6.000 Kugelschreiber und 4.000 Bleistifte nach Nepalganj vorgeschickt. Bereits das Beladen in Kathmandu war eine Tortur gewesen. Und nun mussten wir erneut ran.

Ein todsicherer Plan

Um die Transportkosten so gering wie möglich zu halten, hatten wir uns folgenden Plan überlegt. Sämtliche Schultaschen und Schulsachen hatten sich unabhängig von uns bereits nach Nepalganj auf dem Weg gemacht. In Nepalganj luden wir am Umschlagplatz die jeweils benötigte Menge an Taschen und Schulmaterialien in einen kleineren Truck.

Mit einem voll bepackten Jeep Richtung Distrikt Bardia.

Mit einem voll bepackten Jeep Richtung Bardia.

Mit diesem vollbepackten Truck und unserem Jeep fuhren wir dann in das 2 Stunden entfernte Bardia, um über den gesamten Tag alle dort geplanten Schulen abzuklappern. Nach dem Verteilen der Schultaschen fuhren wir wieder zurück zum Umschlagplatz in Nepalganj, wo wir den nun leeren Truck mit den restlichen Schultaschen und Schulsachen beluden. Der Truck machte sich anschließend direkt auf dem Weg nach Jumla, dem Ort, von wo aus wir nach Dolpa laufen mussten.

Wir würden erst mit unserem Jeep am nächsten Morgen nach Jumla aufbrechen.

In der Hitze von Bardia 6 Schulen auf einen Streich

Wir begannen unseren Projekttag mit knapp zweistündiger Verspätung. Der gemietete Truck war noch nicht am Umschlagplatz gewesen, sodass wir mit dem Beladen warten mussten. Daher erreichten wir das VDC Thakurbaba im Distrikt Bardia erst um 11h. Wir waren somit schon direkt zum Anfang des Projektes zeitlich unter Druck geraten, weil wir wussten, dass auch die Schulen im Terai (südlicher Teil Nepals) um spätestens 16h schlossen.

So rasten wir von einer Schule zur nächsten und verteilten die Schultaschen so schnell wie möglich, ohne wirklich viel Zeit mit den Kindern und den Lehrkräften zu verbringen. Zukünftig werden wir dies definitiv anders gestalten.

Schwitzende, aber glückliche Gesichter.

Schwitzende, aber glückliche Gesichter.

In den ersten beiden Schulen verteilten wir die Schultaschen noch in Klassenräumen. Dort kamen wir so richtig ins Schwitzen. Aufgrund der hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit verwandelte sich ein Klassenraum schnell in eine Sauna. Da unheimlich viele Körper in einen solchen Raum waren und wir auch körperlich darin tätig waren, waren wir konstant am Schwitzen. Letztendlich kann man sagen, dass wir von 11h bis 17h konstant durchgeschwitzt hatten.

Die einzige Zeit, in der wir uns ausruhen konnten, war in den Fahrten zwischen den Schulen. Aber dort wurden wir aufgrund der schlechten Straßen und der knallenden Sonne durchgeschüttelt und erhitzt. Wir hatten noch nicht einmal Zeit gehabt, Mittag zu essen. In diesen wenigen Stunden tranken wir nur literweise Wasser. Die leeren Flaschen vermehrten sich von Stunde zu Stunde in unserem Jeep.

Wartende Kinder...

Wartende Kinder…

Als wir am späten Nachmittag um kurz vor 17h völlig erschöpft an der sechsten und letzten Schule des Projekttages ankamen, saßen die Schulkinder  schon sehnsüchtig auf dem Schulhof und hatten bereits auf uns über eine Stunde warten müssen. Nichtsdestotrotz wurden mit großer Freude empfangen. Wie auch in den anderen Schulen waren die Kinder sehr glücklich über unsere Schultaschen. Aber auch die Schulsachen zauberten den Kleinen ein Lächeln ins Gesicht, sodass wir mit unserer Arbeit sehr zufrieden sind.

Folgende Schulen hatten wir während unseres neunten Schultaschen-Projektes im Distrikt Bardia unterstützt:

Name der Schule Schülerzahl Ort
1 Shree Kausalewari Primary School 89 VDC Thakurbaba
 2 Shree Jana Jagriti Primary School 100 VDC Thakurbaba
 3 Shree Prithivi Primary School 55 VDC Thakurbaba
 4 Nepal Rastriya Lower Secondary School 400 VDC Thakurbaba
 5 Shree Suryodaya Primary School 89 VDC Thakurbaba
 6 Shree Shiva Sundar Lower Secondary School 212 VDC Thakurbaba

Sämtliche Bilder unseres Projekttages aus den sechs verschiedenen Schulen im Distrikt Bardia findet ihr auch in unserer Galerie.

Shree Kausaleswari Primary School

Shree Kausaleswari Primary School

Shree Jana Jagriti Primary School

Shree Jana Jagriti Primary School

Shree Phrithivi Primary School

Shree Phrithivi Primary School

Shree Rastriya Lower Secondary School

Shree Rastriya Lower Secondary School

Shree Suryodaya Primary School

Shree Suryodaya Primary School

Shree Shiva Sunday Lower Secondary School

Shree Shiva Sunday Lower Secondary School

Das Ende eines langen Tages

Als wir um 17.45h mit dem Austeilen der Schultaschen fertig waren, begaben wir uns wieder in unseren Jeep und fuhren zurück nach Nepalganj. Da der Umschlagplatz um 20h schloss, mussten wir uns auf direktem Weg dorthin begeben. Noch immer hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts gegessen. Wir erreichten um kurz vor 20h den Umschlagplatz und luden den Rest der Schultaschen und Schulmaterialien für den zweiten Abschnitt unserer Projektreise  in unseren Truck auf.

Erst um 20.30h waren wir im Stande gewesen, nach etwas Essbaren für uns zu suchen. Gegen 21h hatten wir dann schließlich etwas essen können. Nun blieb noch die Suche nach einem Hotel. Wir wollten partout nicht noch einmal in dem Hotel übernachten, in dem wir die Nacht zuvor verbracht hatten. So begaben wir uns auf die Suche und wurden dabei völlig uneigennützig von einem Bekannten des Restaurantsbesitzers unterstützt, in dem wir zu Abend gegessen hatten.

Und wie es das Karma so wollte, kannte dieser Bekannte jemanden, der in einem luxuriösen Hotel arbeitete, der uns mehr als 50% Rabatt für das Zimmer gewährte. Das Hotelzimmer war ein Traum gewesen – wohl mit einer der besten Zimmer, in denen ich jemals übernachtet habe. Doch leider konnten wir unsere prächtigen Zimmer nicht genießen, weil wir das Hotel am nächsten Morgen um 5h (nach nur 4-5 Stunden Schlaf) wieder verließen.

Wir brachen noch bei Dunkelheit nach Jumla auf.

Hier geht es zum zweiten Abschnitt unserer langen Projektreise.

Unser 9. Schultaschen-Projekt im Distrikt Bardia und Dolpa - Zusammenfassung

Eine Schultasche für jedes Kind – 9 – Zusammenfassung unserer 14-tätigen Reiseroute

Aufbruch in den Westen - Unsere Route

Unsere Route (zum Vergrößern klicken)

Wie ihr bekanntlich wisst, hatten wir für unser 9. Schultaschen-Projekt etwas ganz besonderes geplant. Wir wollten aus der „Komfortzone“ vieler Hilfsorganisationen heraus und in noch weiter entlegeneren Regionen unsere Schultaschen verteilen.

Dazu brachen wir im vergangenen September in die Distrikte Bardia und Dolpa auf. Auf Facebook hatten wir euch so gut es ging auf dem Laufenden gehalten, sofern wir während unserer Reise Internet hatten…

14 Tage unterwegs – in Jeeps, Bussen und zu Fuß

Wie beschwerlich unsere Reise gewesen war, möchten wir euch hier noch einmal zusammenfassen. Insgesamt waren wir 14 Tage unterwegs (vom 11.09.17 bis 25.09.17). Davon saßen wir über 79 Stunden in Fahrzeugen, waren über 40 Stunden zu Fuß unterwegs gewesen, und haben knapp 4.000 Höhenmeter überwunden.

Während unserer Reise verteilten wir 2.015 gefüllte Schultaschen an 14 Schulen in den Distrikten Bardia (6) und Dolpa (8). Wir haben zum Teil Schulen unterstützt, die aufgrund ihrer Abgeschiedenheit seit knapp 20 Jahren keine Hilfe mehr erhalten haben.

Wir sind stolz darauf zu den Organisationen zu gehören, die komplett ehrenamtlich getragen werden und in Regionen vordringen, die wirklich Hilfe benötigen!

11.09.2017 – Tag 1 – Kathmandu nach Nepalganj

Sonnenuntergang in Nepalganj

Sonnenuntergang in Nepalganj

Wir hatten die Nacht nicht viel geschlafen, als der Wecker uns um 5h aus den Federn riss. Mit unseren Rucksäcken bepackt, verließen wir unser Zuhause in Kathmandu und wussten nicht allzu recht, was uns in den nächsten 2 Wochen erwarten würde. Pünktlich um 5.30h begann unsere Reise. In einem gemieteten Jeep fuhren wir zu fünft mit einem Fahrer Richtung Südwesten. Unser erstes Zwischenziel Nepalganj erreichten wir um 21.30h nach 16 anstrengenden Stunden. Die Hitze im Süden erwischte uns böse.

12.09.2017 – Tag 2 – Nepalganj nach Bardia und zurück

Durch den Nationalpark von Bardia

Durch den Nationalpark von Bardia

Um 7.30h standen wir vor dem kleinen Depot, an dem unser Lastwagen sämtliche Schultaschen und Schulmaterialien parkte. Nun sollte ein Pickup-Truck mit knapp 1.000 gefüllte Schultaschen und 3.000 Heften beladen werden. Leider verzögerte sich alles, sodass wir erst um 9h nach Bardia aufbrachen konnten. Im Jeep und Pickup erreichten wir nach 2 Stunden die erste Schule im Distrikt Bardia. Bis um 17.30h fuhren wir ohne Pause umher und besuchten insgesamt 6 Schulen.

Danach fuhren wir wieder zurück nach Nepalganj, beluden den Pickup mit den restlichen Sachen, sodass dieser sich bereits auf den Weg nach Jumla machen konnte. Nach einem kurzen Abendessen erreichten wir unser Hotel in Nepalganj um 22.30h.

13.09.2017 – Tag 3 – Nepalganj nach Nagma

Kein Glück auf den Bergstraßen

Kein Glück auf den Bergstraßen

Eigentlich hatten wir geplant, uns ohne Zwischenhalt von Nepalganj nach Jumla zu begeben. Wir hatten gewusst, dass die 345km anspruchsvoll werden würden. Daher brachen wir auch sehr frühzeitig auf. Um 5.30h ging es für uns los. Um 21.30h mussten wir die Fahrt abbrechen, da bei totaler Finsternis es viel zu gefährlich auf den schlecht ausgebauten Bergstraßen wurde. Wegen der tiefen Schluchten und dem rauschenden Karnali Fluss wurde uns Angst und Bange. Wir übernachteten irgendwo im Nirgendwo.

14.09.2017 – Tag 4 – Nagma nach Jumla (Khalanga)

Ein wunderschöner Tag in Jumla.

Ein wunderschöner Tag in Jumla

Nachdem wir uns vom Schock des Vortages erholt hatten, brachen wir von Nagma nach Jumla auf. Bei guten Sichtverhältnissen konnte unser Fahrer das letzte Teilstück in nur 1,5 Stunden absolvieren. So erreichten wir Khalanga (ugs. auch Jumla genannt) noch am frühen Morgen und warteten auf die bestellten Packesel, die eigentlich schon längst hätten da sein sollen. Da die Packesel nicht vor Nachmittag erwartet wurden, genossen wir den Ruhetag in Jumla. Denn ab morgen sollten wir den Rest der Strecke zu Fuß absolvieren. Mindestens 2 Tage waren dafür kalkuliert.

15.09.2017 – Tag 5 – Jumla nach Manisango

Wir waren auf so etwas nicht vorbereitet.

Wir waren auf so etwas nicht vorbereitet.

Der erste Tag zu Fuß ging uns extrem in die Knochen. Um 9h morgens brachen wir in Jumla bei strahlendem Sonnenschein auf. Der Weg war zunächst noch relativ eben gewesen, doch aufgrund der Hitze bereits anstrengend. Plötzlich ging es steil bergauf, es fing an zu regnen und der Wind peitschte uns ins Gesicht. Aus begehbaren Wegen wurden Schlammlandschaften. Wir wurden langsamer und müde. Nach 9,5 Stunden erreichten wir um 18.30h das unheimliche Dorf Manisango, wo wir die Nacht über blieben. Eigentlich wollten wir erst im nächsten Dorf übernachten, doch wir waren einfach zu langsam gewesen. Es wurde bereits dunkel.

16.09.2017 – Tag 6 – Manisango nach Nauli

Auf dem Gipfel von Maurey Lek (über 3.800m)

Auf dem Gipfel von Maurey Lek (über 3.800m)

Nach unruhigem Schlaf im „Geisterhotel“ waren wir froh um 7.30h aufzubrechen. Nach 1,5 Stunden erreichten wir um 9h das Dorf Chotra, wo wir uns das letzte Mal stärken konnten, ehe es hinauf auf den Gipfel ging. Von Chotra zum höchsten Punkt Maurey Lek (über 3.800m) benötigten wir etwa 6 Stunden. Auf dem Gipfel war es sehr windig und kalt gewesen. Das Wetter schlug urplötzlich in Nebel um. Wir stärkten und wärmten uns, konnten aber nicht die Nacht dort oben verbringen. So stiegen wir etwa eine Stunde hinab in ein Farmhouse bei Nauli im Distrikt Dolpa. Der Gipfel stellte dabei eine Art Grenze zwischen den beiden Distrikten Jumla und Dolpa.

17.09.2017 – Tag 7 – Nauli nach JhYakot

Willkommen in Lower Dolpa

Willkommen in Lower Dolpa

Nach zwei langen Tagen zu Fuß hatten wir gestern endlich unsere Zielregion Dolpa erreicht. Nun hieß es „nur“ noch zu den jeweiligen Dörfern zu marschieren und dort die Schultaschen verteilen. Am frühen Morgen brachen wir von Nauli auf und erreichten nach 2,5 Stunden das Dorf Chaurikot, wo wir Kinder aus zwei Schulen glücklich machten. Nach einer kurzen Mittagspause liefen wir 2,5 Stunden von Chaurikot nach Jhyakot. In Jhyakot verteilten wir insgesamt 182 Schultaschen. Höchst zufrieden blieben wir in Jhyakot und verbrachten dort die Nacht.

18.09.2017 – Tag 8 – Jhyakot nach Tapagoan

Das entlegene Dorf Kaigoan in Lower Dolpa

Das entlegene Dorf Kaigoan in Lower Dolpa

Am nächsten Morgen begaben wir uns immer tiefer nach Lower Dolpa hinein. Von Jhyakot stiegen wir dabei zunächst 1,5 Stunden hinab ins Tal, wo wir an einer großen Schule im entlegenen Dorf Kaigoan 372 Kinder glücklich machten. Danach ging es weiter in das etwa eine Stunde entfernte Dorf Hurikot. Auch dort verteilten wir Schultaschen und hatten dabei Glück im Unglück. Gerade als die letzte Schultasche verteilt wurde, fing es an in Strömen zu regnen. Wir warteten den Regen ab und begaben uns letztendlich wieder in höhere Regionen. Das Bergdorf Thapagoan erreichten wir nach etwa 2 Stunden. Dort verbrachten wir auch die Nacht.

19.09.2017 – Tag 9 – Tapagoan nach Jhyakot

Seit 20 Jahren ohne ausländische Hilfe.

Seit 20 Jahren ohne ausländische Hilfe.

Am 9. Tag unserer Projektreise standen die letzten drei Schulen auf dem Programm. Stolz sind wir darauf, dass wir mit dem gestrigen Tag in Hurikot bereits so tief in Dolpa eingedrungen waren, wo seit fast 20 Jahren keine ausländische Organisation mehr gewesen war. Über den gesamten Tag verteilten wir Schultaschen in den Dörfern Tapagoan, Majgoan und Loharbada. Somit endete unser sehr erfolgreiches Projekt in der Region Dolpa mit 1.070 verteilten Schultaschen an 8 entlegenen Schulen.

Nun hieß es für uns den Rückweg anzutreten. Vom Dorf Loharbada liefen wir zunächst zurück nach Jhyakot und sammelten dort Kräfte für den anstrengenden Weg zurück nach Jumla.

20.09.2017 – Tag 10 – Jhyakot nach Nauli

Der gefährlichste Abschnitt unserer Reise

Der gefährlichste Abschnitt unserer Reise

Da wir nun wussten, was uns auf dem Rückweg erwartet, konnten wir die einzelnen Abschnitte zeitlich besser einteilen. Mit weniger Gepäck lief es sich auch gleich besser. So benötigten wir von Jyakot nach Chaurikot weniger als 2 Stunden (auf dem Hinweg waren es 2,5 Stunden). Leider war das Dorf Chaurikot wie ausgestorben gewesen. Fast alle dort lebenden Menschen waren auf ihren Feldern, sodass sich die Suche nach Essbaren als größte Herausforderung darstellte. Auch im zweiten Abschnitt des Tages waren schnell unterwegs gewesen. Von Chaurikot in das Farmhouse bei Nauli benötigten wir nur etwa 2 Stunden und wurden dabei vom Regen voll erwischt. Komplett durchnässt ließen wir uns im Farmhouse nieder. Es war gerade einmal 14.30h gewesen…

21.09.2017 – Tag 11 – Nauli nach Gothichaur

Unser Zwischenziel war Ghotichaur gewesen.

Unser Zwischenziel war Ghotichaur gewesen.

Am frühen Morgen brachen wir von Nauli auf. Mit hohem Tempo rasten wir zum Gipfel hinauf. Nicht einmal eine Stunde hatten wir dafür gebraucht. Nach kleinem Frühstück stürzten wir regelrecht den Hang hinunter. Keine halbe Stunde später waren wir schon wieder im Tal gewesen. Wir hielten das Tempo weiterhin hoch. Keine zwei Stunden später erreichten wir das Dorf Chotra. Eine Stunde später dann das „Geisterdorf“ Manisango. Unser Plan ging auf. Es war gerade einmal 13.30h gewesen, sodass wir direkt weiter liefen. Im „Geisterdorf“ wollten wir einfach nicht übernachten. Auf dem Weg nach Ghotichaur wurden wir wieder von einem heftigen Regenfall erwischt. Wir waren mitten im Wald gewesen und konnten uns glücklicherweise unter einem großen Baum stellen. Aber der Regen verlangsamte uns massiv. Wir benötigten 3 weitere Stunden, um letztendlich in Ghotichaur anzukommen, wo wir auch übernachteten.

22.09.2017 – Tag 12 – Gothichaur nach Jumla (Khalanga)

Wieder zurück in Jumla

Wieder zurück in Jumla

Der letzte Teilabschnitt gestaltete sich schwieriger als vermutet. Zu viele Kilometer lagen uns schon in den Knochen. Die Muskeln waren von den ganzen Auf- und Abstiegen bereits hart gewesen. Die Füße schmerzten. Die Haut juckte von den unsauberen Betten. Und der gestrige Regen hatte fast den kompletten Weg zu einer großen Schlammlandschaft gemacht, die extrem schwer zu belaufen war. Wir benötigten gute 5 lange Stunden, ehe wir völlig entkräftet am späten Nachmittag in Khalanga (Jumla) ankamen. Somit war der Trekking-Teil dieser Projektreise offiziell beendet.

23.09.2017 – Tag 13 – Jumla (Khalanga) nach Surkhet

Ein Erdrutsch auf dem Weg nach Surkhet.

Ein Erdrutsch auf dem Weg nach Surkhet.

Strapazen ohne Ende von Jumla nach Surkhet (261 km). Um 4h morgens ging es los. Erst nach fast 20 Stunden kamen wir um kurz vor Mitternacht in Surkhet an. Ein Erdrutsch machte nicht nur uns das Leben schwer. Um auf die andere Seite zu kommen, mussten wir einen steilen Abhang hinuntersteigen und unsere letzten Kraftreserven für den schwierigen Aufstieg aufbrauchen. Heftige Regenfälle machten den Abstieg zunächst zur Rutschpartie. Eines unserer Vereinsmitglieder kam mit dem Schrecken davon, als es ausrutschte und dem Abhang gefährlich nah kam…

24.09.2017 – Tag 14 – Surkhet nach Kathmandu

Der letzte Tag unserer Schultaschen-Reise hatte es noch einmal in sich. Über 21 (!!!) Stunden hatten wir für den letzten Teil der Reise von Surkhet nach Kathmandu gebraucht. Dabei benötigten wir für die letzten 25km bis an die Stadtgrenze von Kathmandu unfassbare 3 Stunden!! Von der Stadtgrenze bis zu unserer Unterkunft vergingen noch einmal 2,5 Stunden (ca. 15km).  Der Verkehr in Kathmandu ist einfach der Horror.


Fazit

Unser 9. Schultaschen-Projekt in den Distrikten Bardia und Dolpa war ein voller Erfolg gewesen!! Wir konnten dank eurer tollen Unterstützung 2.015 Kinder aus 14 Schulen mit Schultaschen und Schulmaterialien versorgen.

Die Projektreise war ein großes Abenteuer gewesen – anstregend, aufregend aber auch wunderschön. Wir haben so viel vom Land sehen können. Von der Hitze im südlichen Flachland bis hin zur Kälte in den Bergen.

Wir möchten uns ganz herzlich bei unseren Projektpartnern bedanken, die sich aufopferungsvoll für dieses Projekt eingesetzt haben.
Einen großen Dank geht auch an die einheimische Bevölkerung in Bardia und Dolpa, die immer hilfsbereit gewesen war und uns in allen Belangen unterstützt haben.
Und schließlich noch ein ganz großes Dankeschön an alle Spenderinnen und Spender sowie unsere Förderinnen und Förderer, die dieses Projekt erst ermöglicht haben.

DANKE!

  • Bilder und den Bericht über unseren Projekttag in Bardia findet ihr hier.
  • Bilder und den Bericht über unseren Projekttag in Dolpa findet ihr hier.
Eine Schultasche für jedes Kind in Sindhukot, Sindupalchowk.

Eine Schultasche für jedes Kind – 6

In Sindhukot wurden 394 Schultaschen verteilt.

In Sindhukot wurden 394 Schultaschen verteilt.

Am 17.03.2017, zwei Tage nachdem wir aus Pokhara zurückgekehrt waren, saßen wir wieder im Jeep. Eine weitere rumpelige Fahrt stand uns an jenem Freitagmorgen bevor. Erneut war die riesige Dorfregion Sindhukot unser Ziel gewesen, in die wir bereits bei unserem vierten Projekt im vergangenen September gereist waren. Auch dieses Mal besuchten wir zwei verschiedene Schulen und konnten dort insgesamt 394 Schulkinder mit neuen Schultaschen und Schulsachen ausstatten.

Alle Bilder von unserem Projekttag sowie den Vorbereitungen findet Ihr auch in unserer Galerie.

Mit zwei Jeeps gen Sindhukot

Unsere zwei voll beladenen Jeeps.

Unsere zwei voll beladenen Jeeps.

Vollbepackt mit 400 Schultaschen und diversen Kartons voller Schulmaterialien fuhren wir mit zwei Jeeps in das Distrikt Sindhupalchowk. Begleitet wurden wir dabei auch von unseren Neu-Mitgliedern Britta und Kathrin sowie von unserem Patenkind Manita. Die Fahrt verlief problemlos, sodass wir relativ zügig nach etwa drei Stunden Fahrt an unserem Ziel in Sindhukot ankamen. Leider war das letzte Teilstück zur Schule unbefahrbar, sodass wir sämtliche Taschen und Schulsachen die letzten 100 Meter hinauftragen mussten.

Erste Schule des Tages – 364 verteilte Schultaschen

Die Schulkinder warteten geduldig.

Die Schulkinder warteten geduldig.

Nachdem wir sämtliche Schultaschen und Schulsachen zur Schule getragen hatten, begannen wir umgehend mit den Vorbereitungen. Die Shree Sindhu Paranagaun Higher Secondary School ist eine Schule, die bis zur 12. Klasse unterrichtet. Allerdings verteilten wir nur Schultaschen an die Kinder bis zur 10. Klasse. Nichtsdestotrotz waren alle Schulkinder unheimlich aufgeregt gewesen. Denn nur selten verirren sich Gäste aus der Hauptstadt Kathmandu, geschweige denn aus dem Ausland an ihre Schule.

Alle helfen beim Verteilen mit.

Alle helfen beim Verteilen mit.

Da wir an diesem Projekttag nur zwei Schulen zu besuchen hatten, hatten wir zuvor die Taschen noch nicht mit den Schulsachen gefüllt. Mit der Unterstützung unserer Mitreisenden verlief das Verteilen wie am Schnürchen. Unser Projektpartner Vishal entbündelte die Schulhefte, Kathrin und Britta gaben Bleistifte, Kugelschreiber, Spitzer, Radiergummis und Lineale dazu, unser Partner Rajeev und unser Vorsitz Khai entbündelten die Schultaschen, während unser Patenkind das Gesamtpaket an die Kinder reichte.

So konnten wir an der Shree Sindhu Paranagaun Higher Secondary School in knapp zwei Stunden insgesamt 364 gefüllte Schultaschen an die dortigen Kinder verteilen. Nach etlichen Fotos, die ihr auch in unserer Galerie finden könnt, trampelten wir hinunter zu unseren Jeeps.

Zweite Schule des Tages – 30 verteilte Schultaschen

Die Schree Bhemswari Basic School.

Die Schree Bhemswari Basic School.

Mit den Jeeps fuhren wir nur wenige Minuten talwärts an die Shree Bhumeswari Basic School. In einer gewissen Art und Weise gehören die beiden Schulen, die wir besucht hatten, zusammen. Die zweite Schule an unserem Projekttag war nur für Kleinkinder ausgerichtet und hatte mehr den Anschein an einer Kindertagesstätte. Die Kinder tollten herum, spielten im Freien und hatten sehr viel Spaß. Sobald sie älter werden und im Stande sind, weitere Strecken problemlos zu bewältigen, werden sie in die erste Schule wechseln.

Fröhliche neugierige Kinder :)

Fröhliche neugierige Kinder 🙂

Leider kamen wir erst nach dem Mittagessen in der zweiten Schule an, sodass wir nicht allzu viel Zeit dort verbringen konnten. Schließlich mussten die Kleinen auch wieder nach Hause laufen. Auch wir hatten unheimlich viel Spaß mit den Kleinkindern. Insbesondere genossen sie das Fotografieren. Es sind einige sehr tolle Bilder in der Shree Bhumeswari Basic School entstanden, die wir nach und nach veröffentlichen werden. Wir freuen uns sehr, dass wir dort 30 Kinder bereits mit Schultaschen ausstatten konnten.

Insgesamt 2.580,87 Euro ausgegeben!

Für unser sechstes Schultaschen-Projekt setzten sich die Kosten wie folgt zusammen:

  • 400 Schultaschen im Wert von 1.683,86 Euro (186.000 NPR)
  • 400 Schulmaterialien-Pakete im Wert von 682,87 Euro (76.100 NPR)
    • –> zusätzlich Transport in Höhe von 7,14 Euro (800 NPR)
  • Transport nach Sindhukot und zurück (2 Jeeps) in Höhe von 199,93 Euro (22.000 NPR)
  • Verpflegung in Höhe von 7,07 Euro (780 NPR)

Übrig gebliebene Schultaschen (6 = 400 – 396) werden wir zukünftige Projekte verwenden.

Wir möchten uns ganz herzlich bei all unseren Spenderinnen und Spendern für die tolle Unterstützung und das Vertrauen in unsere Arbeit bedanken!!
Nur dank Euch können wir unser Projekt „Eine Schultasche für jedes Kind“ so erfolgreich gestalten!! 🙂

Mehr Bilder zum Projekt findet Ihr in unserer Galerie.

Eine Schultasche für jedes Kind. Eine Schultasche für jedes Kind. Eine Schultasche für jedes Kind. Eine Schultasche für jedes Kind.

Eine Schultasche für jedes Kind.

Schülerhilfe in Sindhupalchowk 3

Am Freitag, den 26.08.2016, ging es für uns nunmehr zum dritten Mal nach Sindhupalchowk (siehe Projekt 1 oder Projekt 2), um Kindern in dem vom Erdbeben betroffenen Distrikt mit Schultaschen und Schulsachen zu versorgen. Es war unsere erste Projektreise gewesen, nachdem wir im vergangenen Juni unser Projekt offiziell vorgestellt hatten.

Weitere 285 Schultaschen gespendet

Zum dritten Mal hieß es für uns: Eine Schultasche für jedes Kind.

Zum dritten Mal hieß es für uns in Sindhupalchowk: Eine Schultasche für jedes Kind.

Unser drittes Projekt führte uns in das Dorf Baguwa, das etwa 8km von Melamchi – eine größere Ansiedlung im Sindhupalchowk Distrikt – entfernt liegt. In der Sitaladevi Highschool verteilten wir Schultaschen und Schulmaterialien an die 285 glücklichen Schulkinder. Das Schulmaterialien-Paket enthielt für alle Schülerinnen und Schüler jeweils 3 Hefte, 3 Bleistifte, 1 Spitzer, 1 Radiergummi, 1 Lineal, 2 Kugelschreiber und 1 Mäppchen. Die Kinder aus den Klassen 5 bis 10 erhielten zudem 1 Winkelmesser sowie 1 Zirkel.

Wir hatten so viel Gepäck bei uns, dass wir zwei Jeeps mieten mussten, um alle Schultaschen und Schulsachen sicher zu verstauen. Das Verteilen der Spenden verlief sehr strukturiert. Unterstützung bekamen wir von unserer Partner-Organisation Social Help Nepal, die von Kamendra, Deepa und Kem vertreten wurde. Rosa, eine dänische Freundin von Vorsitz Khai-Thai half ebenfalls mit, sodass das Verteilen der Sachspenden nur etwa 2 Stunden in Anspruch nahm.

Mehr Bilder zum Projekt findet Ihr in unserer Galerie.

Hilfe, die tatsächlich gebraucht wird!

Wir erleichtern den Kindern ihren Schulweg.

Wir erleichtern den Kindern ihren Schulweg.

Die Schulkinder haben sich riesig über unsere Spenden gefreut. Die meisten von ihnen besitzen nämlich keine Schultaschen und müssen die langen Schulwege zumeist mit den Büchern und Heften unterm Arm oder in Plastiktüten vollziehen. Ein zusätzlicher Ballast zu den stundenlangen Märschen über Schotterpisten und bergiges Terrain. Gerade aus diesem Grund ist eine ordentliche Ausstattung der Kinder in den entlegenen Regionen Nepals wichtig! Daher haben wir Eine Schultasche für jedes Kind ins Leben gerufen.

Mit unserem Schultaschen-Projekt erleichtern wir den Kindern nicht nur den Schulweg, sondern setzen zudem ein Zeichen für die Bildung!

Anstrengende Anreise zahlt sich aus!

2016-08-28_Schultaschen-Sindhupalchowk-3_Schotterpiste_12016-08-28_Schultaschen-Sindhupalchowk-3_Schotterpiste_2Aufgrund der aktuellen Monsunsaison beschlossen wir im Vorfeld, nicht allzu weit in das riesige Distrikt Sindhupalchowk zu fahren. Die meisten Strecken in den entlegeneren Regionen sind von Erdrutschen betroffen oder leiden unter den extremen Wetterbedingungen. Die Sicherheit unseres Team stand bei der Entscheidung im Vordergrund. Daher entschieden wir uns für das kleine Dorf Baguwa. Baguwa liegt etwa 8km vom Melamchi entfernt. In den vergangenen zwei Anreisen im Frühjahr diesen Jahres benötigten wir stets etwas mehr als 2 Stunden, um Melamchi zu erreichen. Wegen des Monsuns rechneten wir mit etwas mehr…
Letztlich benötigten wir 3,5 Stunden nach Melamchi und eine weitere halbe Stunde nach Baguwa. Die Straßen waren kaum befahrbar und zwangen unsere beiden Fahrer zu höchster Vorsicht und Konzentration.

Mehr Bilder zum Projekt findet Ihr in unserer Galerie.

Insgesamt 1.995,19 Euro ausgegeben!

Seitdem wir im vergangenen Juni unsere Spendenaktion gestartet hatten, konnten wir bis zum Projektbeginn bereits 3.395 Euro an Spenden sammeln. Gut 2.000 Euro wurden bereits ausgegeben:

  • 309 Schultaschen im Wert von 1.320,47 Euro (154.500 NPR)
  • 300 Schulmaterialien-Pakete im Wert von 485,49 Euro (57.225 NPR)
    • –> zusätzlich Transport in Höhe von 4,23 Euro (500 NPR)
  • Transport nach Sindhupalchowk (2 Jeeps) in Höhe von 177,07 Euro (21.000 NPR)
  • Verpflegung in Höhe von 7,93 Euro (940 NPR)

Somit bleiben uns weitere 1.399,81 Euro für weitere Schultaschen-Projekte. Die übriggebliebenen Schultaschen (24 Stück) sowie Schulsachen werden für zukünftige Projekte verwendet.

Mehr Bilder zum Projekt findet Ihr in unserer Galerie.

Nächstes Projekt in Sindhukot für über 400 Schulkinder!

Nach unserem sehr erfolgreichen Projekt steht das nächste Projekt bereits in den Startlöchern. In der Ortschaft Sindhukot befinden sich zwei Schulen, die wir gerne unterstützen möchten. In Sindhukot leben hauptsächlich Familien aus der Dalit-Gemeinschaft, die in der nepalesischen Gesellschaft trotz Abschaffung des Kastensystem noch immer benachteiligt werden. Unsere verbleibenden Spendengelder reichen leider nicht aus, um beide Schulen zu unterstützen. Daher sind wir auf Eure Hilfe angewiesen. Wenn Ihr unser Projekt gerne helfen möchtet, besucht bitte unsere Spendenseite auf betterplace.org für mehr Informationen. Vielen Dank!

Schultaschen für Schulkinder in Sindhupalchowk 2

Schülerhilfe in Sindhupalchowk 2

Als wir am 19.02.16 zum ersten Mal nach Sindhupalchowk fuhren, haben wir niemals daran gedacht, dass sich ein solches Projekt so schnell hätte wiederholen können. Nicht, weil wir nicht die finanziellen Mittel dazu haben, sondern eher vielmehr weil die Anstrengungen uns auf der Heimfahrt einen heftigen Schlag verpasst hatte. Beim ersten Projekt in Sindhupalchowk fuhren wir nämlich um 7.30h morgens ab und kamen erst um knapp 21.30h wieder am Ausgangspunkt an. Von den 14 Stunden, die wir unterwegs gewesen waren, verbrachten wir über 11 Stunden im Wagen – größtenteils davon auf holprigen Schotterpisten! Die zähe Fahrt zerrte vor allem auf der Rückreise an den Nerven. Niemand dachte auch nur eine Sekunde an die wundervollen zwei Stunden, die wir am Nachmittag mit den Schülerinnen und Schülern der Shree Dhamodaya Higher Secondary School im Dorf Thulodhading noch verbracht hatten. Jeder wollte nur Heim und auch ich stellte mir unentwegt die Frage, was der Sinn hinter so viel Aufwand sei. Wir fahren 11 Stunden in der Pampa herum, nur um für zwei Stunden Schultaschen für nur 149 Kinder zu verteilen?! Das ist doch sinnlos! Lohnt es sich überhaupt so einen Aufwand einzugehen?!

Anderen Menschen zu helfen, lohnt sich immer!

Das Hinterfragen nach der Sinnhaftigkeit des Projektes beschäftigte mich noch den ganzen nächsten Tag. Die Müdigkeit machte mir zu schaffen und sämtliche Gelenke schmerzten noch von dem halben Tag, den ich im Wagen verbracht hatte. Dennoch war ich wieder auf Kathmandus Straßen unterwegs gewesen. In den Gassen des Stadtteils Jorpati fiel mir plötzlich eine junge Schülerin auf, die ihre Schulhefte und Bücher unter dem Arm trug. „Don’t you have a school bag?“, fragte ich sie. Laxmi, die, wie sich im Verlauf des Gesprächs herausstellen sollte, die 5. Klasse besucht, erklärte, dass ihre Schultasche kaputt sei. „Do you want a new bag?“„It’s too expensive…“„You misunderstood. I will buy you a new bag. Do you want one?“
Nachdem ich Laxmi eine neue Schultasche gekauft hatte, realisierte ich, dass Kinder in den entlegenen Dörfern von Sindhupalchowk ein noch schwereres Schicksal zu erleiden haben. Zum einen sind sie und ihre Familien vom Erdbeben massiv betroffen, zum anderen ist die Armut in Sindhupalchowk immer noch sehr hoch. Ich realisiere nun auch, dass trotz aller Anstrengungen, trotz aller Mühen und trotz der ganzen Arbeit, die ich mir immer selbst auferlege, anderen Menschen zu helfen, sich immer lohnt!

74 Schultaschen für Kinder in Sindhupalchowk

Khai-Thai und Kamendra

Khai-Thai und Kamendra

Da meine Abreise aus Nepal unmittelbar bevorstand, galt es schnell zu handeln. Unsere Freunde von Social Help Nepal waren von unserem Engagement schier begeistert und schlossen sich sofort und ohne Vorbehalte wieder unserem Projekt an. Kamendra, Leiter von Social Help Nepal und ein langjähriger Freund von mir, ließ seine Kontakte spielen und stellte uns eine kleine Primärschule im Dorf Bhotang vor. Dieses Dorf in Sindhupalchowk sei nicht so weit entfernt wie beim ersten Projekt, solle aber sehr stark vom Erdbeben getroffen worden sein. Wir riefen den Direktor der Schule an und fragten, ob die Schule zusätzlich irgendwelche Ausstattung brauche. Einen Tag später gab er uns eine lange Liste, von der wir nur die realistischen Wünsche abarbeiteten.

Innerhalb von einer Woche organisierten und besorgten wir 74 Schultaschen, 156 Bleistifte, 80 Radiergummis, 80 Spitzer, 74 Mäppchen, 144 Hefte, 20 Lerntafeln, 3 Carromboards samt Spielsteine, 3 Whiteboards, 15 Boardmarker, 3 Flaschen Tinte zum Wiederauffüllen der Boardmarker, 4 Duster und 20 Sitzkissen!

Die Fahrt durch ein Katastrophengebiet

Komplette Zerstörung im Kern von Melamchi.

Komplette Zerstörung im Kern von Melamchi.

Um nicht wieder spät in der Nacht aus Sindhupalchowk zurückkehren zu müssen, beginnen wir am heutigen 04. März 2016 mit einem erneut voll bepackten Jeep die Abreise bereits pünktlich um 7h morgens. Nach zwei Stunden auf halbwegs sicheren Straßen erreichen wir den Ort Melamchi, eine Stadt bzw. eher Munizipalität, in der wir eine kurze Pause einlegen. Bereits in Melamchi, das für Sindhupalchowk als sehr modern gilt, ist das Ausmaß der Erdbeben-Katastrophe zu erahnen.

Unsere Fahrt führt uns weiter in den Kern von Sindhupalchowk. In den folgenden 2,5 Stunden von Melamchi bis ins Dorf Bhotang fahren wir auf nicht mehr asphaltierten Straßen. Tiefe Pfützen und viel Geröll verlangsamen unser Tempo. Die Abstände zwischen den einzelnen Dörfern und Liegenschaften werden immer größer. Viele Menschen sind zu Fuß unterwegs – auch Familien mit Kleinkindern. Sie pendeln stundenlang von einem Dorf ins andere, um Arbeit zu finden, Freunde zu besuchen, einzukaufen oder gar einen Arzt aufzusuchen. Um einigen den anstrengenden Weg zu ersparen, nehmen wir sie im Jeep mit. Am Ende des Tages sollte sich herausstellen, dass wir auf unserer Hin- und Rückfahrt über 15 Menschen eine Fahrt boten.

2016-03-10_Schultaschen-Sindhupalchowk-2_Zerstörung_1 2016-03-10_Schultaschen-Sindhupalchowk-2_Zerstörung_2 Wir fahren an vielen kleinen Orten vorbei und mir fällt die komplette Zerstörung der Gebäude auf. Kein einziges Gebäude ist nicht beschädigt gewesen. Die meisten der Häuser sind komplett eingestürzt. Schutt und Geröll liegen überall immer noch herum, als sei das Erdbeben erst vor wenigen Tagen passiert.

Über zehn Monate später leben die Menschen in Sindhupalchowk noch immer in ihren provisorischen Unterkünften. Überall reihen sich Wellblechhäuser und Zelte neben den eingestürzten Gebäuden auf. Von den großen Hilfsprogrammen der bekannten Hilfsorganisationen sind nur die großen Zeltplanen übrig geblieben, die surreal wie Werbebanner wirken, auf denen die Hilfsorganisationen ihre Logos und Slogans werbeträchtig positionieren.  Die Menschen in Sindhupalchowk scheinen ihrem Schicksal überlassen worden zu sein.

Die Shree Sath Kaniya Devi Prathamic School in Bhotang

Einer der beiden "Klassenräume".

Einer der beiden „Klassenräume“.

Als wir nach einer mühsamen Anreise von 5 Stunden – inklusive Pause – im Dorf Bhotang ankommen, ist die Freude der Menschen groß. Herzlich werden wir empfangen und jeder packt direkt an, um unsere Sachspenden zur provisorischen Schule zu tragen. Zurzeit unterrichtet die Primärschule 74 Schulkinder in zwei Zelten. Eine neue Schule befindet sich – wie uns gezeigt wurde – aktuell noch im Bau. Wir verstehen nun auch, weshalb die Sitzkissen benötigt werden. Einige Kinder müssen auf dem kalten Boden Platz nehmen.

Eine Schultasche für jedes Kind.

Eine Schultasche für jedes Kind.

Das Verteilen unserer Sachspenden verläuft strukturierter als bei unserem ersten Projekt in Sindhupalchowk – schließlich lernen wir auch dazu. Jedes Kind wird mit einer Tasche samt Schulmaterialien ausgestattet. Für die heute abwesenden Kinder nehmen Lehrer die Spende entgegen. Den Rest unserer mitgebrachten Sachspenden übergeben wir den Verantwortlichen der Schule und hoffen, dass sobald der Schulbau abgeschlossen ist, sie die Whiteboards und Lerntafeln direkt nutzen können.

Anderen zu helfen, lohnt sich immer!

Anderen zu helfen, lohnt sich immer!

Insgesamt verteilen wir während der knapp 90 Minuten für insgesamt 74 Schulkinder neue Schultaschen und statten diese zusätzlich mit diversen Schulmaterialien aus.

Von den gut 12 Stunden, die wir unterwegs gewesen waren, haben wir über 9 Stunden im Wagen und noch nicht einmal 2 Stunden mit den Schulkindern in Bhotang verbracht. Doch trotz dieser Mühen wissen wir, dass wir mit unserem Projekt etwas bewirkt haben. Anderen zu helfen, lohnt sich immer!

Mehr Bilder zu diesem Projekt gibt es wie immer in unserer Galerie.