Schultaschen-Projekt 11 in Myagdi & Mustang | Projektbericht

Unser 11.Schultaschen-Projekt konnten wir Mitte März 2019 mit großem Erfolg beenden . In den Distrikten Myagdi und Mustang verteilten wir innerhalb von 9 Projekttagen 2.500 mit Schulmaterialien gefüllte Schultaschen an Kinder aus 38  Schulen. Unser bis dato größtes Schultaschen-Projekt forderte uns organisatorisch und logistisch einiges ab. Nichtsdestotrotz hielten wir unsere  Ausgaben für Unterkunft und Verpflegung während der Projektreise wieder einmal minimal.

Infografik zum Schultaschen-Projekt in Myagdi und Mustang.

Infografik zum Projekt (zum Vegrößern klicken)

Bilder von unserem Projekt haben wir Euch in unserer Galerie aufbereitet:


Ein Projekt mit sehr viel Anlaufzeit

Die Idee für ein Projekt in Mustang hatten wir bereits während der Rückreise unseres Schultaschen-Projekts in Panchthar im Februar 2018. Für unser gesamtes Team war dies ein Traum, da noch niemand von uns zuvor in dieser sagenumwobenen Region gewesen war.

Es dauerte bis zum Sommer 2018, ehe sich unser Vorhaben konkretisierte. Gemeinsam mit unserem Projektpartner Project Volunteer Nepal sprachen wir über verschiedene Optionen, wie wir ein Projekt in Mustang effizient und wirkungsvoll ausführen könnten. Schließlich wurden geeignete und zuverlässige Kontaktpersonen in der Region Mustang und Myagdi gefunden, die uns bei der Projektorganisation helfen sollten.

Bis in den November hinein sammelten und aktualisierten die Kontaktpersonen Daten aus den verschiedenen Schulen. Wie immer brauchten wir nämlich eine vollständige Liste der jeweils eingeschriebenen Schulkinder sowie die (halbwegs) genaue Lage der Schulen. Ohne die Unterstützung von ortskundigen Personen vor Ort ist ein solches Projekt niemals möglich!

Das Timing war perfekt, um pünktlich zu Weihnachten eine unserer wenigen aktiven Spendenaktionen zu beginnen. Von unserem Förderpartner EthikBank wurden wir tatkräftig unterstützt. Die EthikBank widmete nämlich ihre jährliche Weihnachtsspendenaktion unserem Schultaschen-Projekt. Damit war die Finanzierung des Projekts sichergestellt!


Schultaschen, Schulhefte, Mäppchen und Schulmaterialien

Gemeinsam mit unserem Projektpartner, den Schuldirektoren und den ortskundigen Koordinatoren beschlossen wir, das Projekt Anfang März zu beginnen. Dies gab uns genügend Vorlaufzeit, um die Sachspenden produzieren zu lassen.

7.500 Schulhefte für Kinder in Mustang und Myagdi.

7.500 Schulhefte für Kinder in Mustang und Myagdi.

Mit den Vorgaben unserer Koordinatoren in Mustang und Myagdi begannen wir Ende Dezember bei unserem Produzenten des Vertrauens die Produktion von 2.500 Schultaschen und 2.500 Mäppchen. Der in der Nähe ansässige Hefte-Hersteller bekam von uns den Auftrag 7.500 Hefte zu produzieren. Über seine Kontakte bestellten wir zusätzlich sämtliche Schulmaterialien (7.500 Bleistifte, 5.000 Kugelschreiber, 2.500 Lineale, 2.500 Radiergummis und 2.500 Spitzer).

Aufgrund der guten Beziehungen durften wir  sämtliche Sachen kostenfrei eine Zeit lang in den jeweiligen Fabriken der Hersteller lagern. Andernfalls wäre es für uns eine extrem teure logistische Herausforderung geworden!


Die aktiven Vorbereitungen bis zum Projektstart am 06.03.2019

Nachdem wir alles ausgepackt hatten, ging es ans Befüllen der Mäppchen.

Nachdem wir alles ausgepackt hatten, ging es ans Befüllen der Mäppchen.

Am 25.02.2019 begannen wir mit dem Packen der „Schulsachen-Pakete“.  Um das spätere Verteilen der Schulsachen zu beschleunigen, mussten wir wie immer die ganzen Stifte, Lineale etc. bereits in die Mäppchen verpackt haben. Das bedeutete für uns stundenlange, penible Kleinstarbeit über mehrere Tage. Erst einmal musste alles ausgepackt werden, um dann wieder alles einzeln in die Mäppchen verpackt werden. Eine unglaubliche Fummelarbeit, die unsere Hände komplett verschmutzt zurückließen. Drei Tage hat dieser Spaß gedauert…

In einem Sack sind 100 Schultaschen...

In einem Sack sind 100 Schultaschen…

Am 01.03.2019 begann der logistische Einsatz. Pure Muskelkraft war nun gefragt! Unglaublich wie fit die kleinen Träger doch sind. Wir hatten tagsdarauf jedenfalls schrecklichen Muskelkater. Mit einem Jeep, dessen Ladefläche komplett bis oben gefüllt war, brachten wir unsere Schultaschen zu einem Transportunternehmen an einem LKW-Umschlagplatz. Danach fuhren wir zur Hefte-Fabrik und beförderten sämtliche Schulsachen ebenfalls zum Umschlagplatz.

In der Nacht auf den 02.03.2019 machte sich der LKW mit unseren Sachen auf den Weg nach Beni im Distrikt Myagdi. Dort sollte er zwei Tage später ankommen.


Zwei Teams, um den Projekterfolg zu garantieren

Um sicherzugehen, dass unsere Schultaschen und Schulsachen in Beni richtig verteilt werden, mussten wir selbst in Beni vor Ort sein. Zum ersten Mal während einer Schultaschen-Projekts reisten wir in zwei verschiedenen Teams.

In Beni verteilten wir die Sachspenden um.

In Beni verteilten wir die Sachspenden um.

Team A nahm am Morgen des 02.03.2019 einen Touristenbus nach Pokhara, um den LKW nachzureisen. Am Morgen des 03.03.2019 reiste Team A von Pokhara nach Beni und empfing dort am späten Nachmittag den LKW. Die Schultaschen und Schulsachen für die Schulen im Distrikt Myagdi luden wir auf einen neuen Jeep um, der mithilfe von unseren Koordinatoren die Sachspenden bereits in die jeweiligen Schulen in Myagdi bringen sollte. Der Jeep aus Mustang schaffte es aufgrund von heftigen Schneefällen nicht nach Beni.

Den Projekterfolg verdanken wir hilfsbereiten Menschen!

Den Projekterfolg verdanken wir hilfsbereiten Menschen!

Daher mussten wir die Schultaschen und Schulsachen in Beni in einer kleinen Lagerhalle zwischenlagern. Glücklicherweise stellte uns der Besitzer seine Räumlichkeit kostenfrei zur Verfügung!

Damit war die Hauptaufgabe von Team A erledigt, sodass einer aus dem Team am Morgen des 05.03.2019 in den Süden nach Chitwan reiste, um dort eines unserer Patenkinder zu treffen.

Team B kam am Nachmittag des 05.03.2019 in Pokhara an. Gemeinsam mit dem Rest aus Team A reisten sie zusammen direkt nach Beni weiter, um dort die Nacht zu verbringen.

Am 06.03.2019 begann offiziell unser Projekt.


Glück im Unglück – Das Wetter am Ende auf unserer Seite!

Am Ende verlief das gesamte Projekt nach Plan. Aber bis es zu jenem Plan kam, gab es einige Umplanungen. Unsere Schultaschen-Route mussten wir aufgrund von heftigen Schneefällen in Mustang, die ungewöhnlicherweise noch den gesamten Februar andauerten, drei Mal komplett ändern. Der finale Plan entstand wenige Tage vor Projektstart.

Wie viel Glück wir hatten, zeigte sich auch während der Umverteilung unserer Schulsachen in Beni. Dort hatte es am 03.03.2019 der Jeep aus Mustang nicht einmal geschafft, nach Beni zu kommen. Eineinhalb Wochen später verbesserte sich die Lage in Mustang maßgeblich, sodass wir problemlos durchkamen – ein riesen Glück!

Am Ende müssen wir uns bei den Wettergöttern bedanken. Das Wetter war auf unserer Seite. Trotz zum Teil eisiger Kälte in der Nacht und den extremen Winden waren wir mit dem Wetter sehr zufrieden. Insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass die Straßenbedingungen absolut abenteuerlich waren, sind wir heilfroh von Schnee und Eis auf der Fahrbahn verschont geblieben zu sein. Ein großes Lob möchten wir unseren Fahrer aussprechen! Wir haben uns auf den schmalen und äußerst steilen Pisten – trotz tiefer Abhänge – immer sicher gefühlt!


Eine unglaublich natürliche Schönheit in Myagdi und Mustang

Mehr Eindrücke in unserer Galerie.

Mehr Eindrücke in unserer Galerie.

Die Schultaschen-Reise nach Myagdi und Mustang war für uns die bis dato schönste Region, die wir jemals besucht haben. Die bergige Landschaft ist atemberaubend. Die gesamte Landschaft ist sehr felsig, aber dennoch mit viel Grün! Schwer in Worte zu fassen – unglaublich!

Gerade aufgrund der Landschaft haben Kinder dort einen beschwerlicheren Schulweg als anderswo. In der Regel laufen die Kinder etwa eine Stunde, um zur Schule zu kommen…


Unser Tagesablauf während der Projektreise

Innerhalb von 9 Projekttagen verteilten wir 2.500 Schultaschen an Kinder aus 38 Schulen. Logistisch und zeitlich war es für uns natürlich nicht möglich gewesen, alle 38 Schulen zu besuchen. Wie auch bereits bei den anderen großen Schultaschen-Projekten kreierten wir sogenannte „Centers“, wo mehrere umliegende Schulen zusammenkamen. Unsere „Centers“ waren alles Schulen, die im Zentrum von Nachbarsschulen lagen.

23 solcher „Centers“ haben wir kreiert und besucht. Das heißt, dass Kinder aus 15 der 38 Schulen sich zu ihren jeweiligen „Centers“ haben begehen müssen. Bedauerlicherweise war für eine Schule in Myagdi die Entfernung weiter als die Koordinatoren gedacht hatten, sodass die Kinder einen zweistündigen Fußweg bergab zum „Center“ hinter sich lassen mussten.

Die einzelnen „Centers“ lagen etwa eine Stunde Fahrtzeit voneinander entfernt. In der Regel begann unser Tag um 9h morgens am ersten „Center“ und endete gegen 16h am letzten „Center“ des Tages. Während eines Projekttages besuchten wir je nach Anzahl der Schulkinder zwei bis drei „Center“.


Die besuchten Schulen – welche Schulen und warum

Bei sämtlichen Kindern, die wir mit unserem Schultaschen-Projekt unterstützt haben, handelte es sich um Schulkinder von staatlichen Schulen!

Interessanterweise sind die meisten Kinder in den Schulen von Mustang nicht ursprünglich aus Mustang! Die Familien der Kinder stammen aus unterschiedlichsten Regionen Nepals. Viele sind allerdings aus der Dhalit-„Kaste“ (die „Unberührbaren“). Das liegt allen voran daran, dass in Mustang aktuell extrem viel gebaut wird. Eine große Straßenerweiterung bis an die chinesische Grenze ist im Bau. Die meisten Bauarbeiter stammen aus den niedrigen Kasten Nepals und haben sich mit ihren Familien nun in Mustang niedergelassen.

Eine Schultasche diesen Kindern zu schenken, ist uns ein besonderes Anliegen! Für die meisten Kinder der Dhalit-Kaste ist unsere Schultasche die erste Schultasche, die sie selbst besitzen dürfen! Eine Schultasche von etwa 5€ machen zwei Tageslöhne eines Bauarbeiters aus…


Überall strahlende Kindergesichter

Natürlich haben sich die Kinder massiv über unsere Schultaschen gefreut. Wie sehr sie sich an ihre erste Schultasche herbeigesehnt haben, zeigt sich an den Kommentaren der Lehrkräfte. Viele von ihnen erzählten uns, dass nachdem die Schultaschen die Schulen erreicht hatten, die Kinder täglich fragten, wann unser Team denn endlich kommen würde, damit das Verteilen endlich durchgeführt werden konnte.

Vor allem die jüngeren Kinder, die noch nie eine Schultasche besessen haben, waren äußerst dankbar und tanzten und sangen vor Freude, als unser Jeep anfuhr.


Was nehmen wir aus dem Projekt mit?

Das Schultaschen-Projekt ist erfolgreich beendet und mittlerweile konnten wir 9.011 Kinder aus 93 Schulen glücklich machen. Tausend weitere werden in Zukunft noch folgen!

Vor allem in Mustang konnten wir die Problematik von zu kurzdenkenden westlichen „Entwicklungshelfern“ sehen, die sich mit Projektarbeit eine goldene Nase verdienen. „Baut doch lieber eine Schule“ ist ein häufiger Kritikpunkt, den wir von erfahrenen „Entwicklungshelfern“ hören. Eine Schule zu bauen, ist für uns finanziell überhaupt kein Problem, aber die Frage ist doch, wie und vor allem wer sich danach um diese Schule kümmert.

Das Ausmaß von „Lass uns eine Schule bauen“ mussten wir traurigerweise in Mustang fast täglich begegnen. Westliche Organisationen pumpen so viel Geld in den Bau einer von außen luxuriösen Schule, ohne sich dem wesentlichen zu widmen. Es geht einzig nur um den Prachtbau. Wir haben in Mustang Schulen gesehen, die äußerst gut aussahen, während die Lebensbedinungen in den dazugehörigen Hostels desolat sind.

Ganz nach dem Sinn von erfolgreicher, westlicher Entwicklungshilfe: „So jetzt haben wir hier eine Schule fertiggebaut – gehen wir zum nächsten Ort“.

Ob wir den ganzen Schulen unter die Arme greifen können, besprechen wir aktuell intensiv mit unseren Projektpartnern. Das Problem ist dabei, dass mit unserer Unterstützung andere Organisationen genauso weitermachen können, wie sie aktuell handeln. Und da deren Projektmanager sich ihr Gehalt aus den Spendengeldern verdienen, können und wollen wir ihre Bereicherung nicht unterstützen!

Schultaschen-Projekt erfolgreich beendet!

Nach 9 ereignisreichen Tagen und nach fast 200 Kilometern durch ländliches, abenteuerliches Terrain in Myagdi und Mustang, haben wir gemeinsam mit Project Volunteer Nepal unser 11.Schultaschen-Projekt beendet ✌️ Etwa 2.500 Schülerinnen und Schülern aus 38 Schulen schenkten wir ein Stück Schulkindsein ❤️✏️

Ein ganz, ganz großes DANKESCHÖN an die Menschen in Myagdi und Mustang ohne deren koordinativen Einsatz wir das Projekt niemals so erfolgreich hätten ausführen! ❤️
Vielen Dank an Vishal, der dieses Mal bedauerlicherweise alleine sämtliche Stricke in Händen halten musste. Großartige Arbeit! 

Insgesamt verteilten wir auf unserer 9-tägigen Reise knapp 2.500 Schultaschen in 38 Schulen.

Insgesamt verteilten wir auf unserer 9-tägigen Reise knapp 2.500 Schultaschen in 38 Schulen.

Unser Schultaschen-Projekt in einer lokalen Zeitung!

Samadhan, eine regionale Zeitung in Pokhara berichtete am Sonntag, den 10.03.2019 über unser Schultaschen-Projekt in Maygdi und Mustang!!!! 🙂

Wir sind mega stolz darauf, dass wir zum ersten Mal überhaupt in einer Zeitung erschienen sind und freuen uns über das überaus positive Feedback.

Artikel in einer regionalen Zeitung in Pokhara.

Artikel in einer regionalen Zeitung in Pokhara.

11. Schultaschen-Projekt hat heute gestartet!

Wie viel Aufwand ein solches Projekt nach sich zieht, zeigt sich an den Aufgaben kurz vor Projektstart. In den letzten  beiden Wochen haben wir telefoniert, organisiert, geschleppt, entpackt, verpackt, und dann wieder geschleppt… Sogar der LKW-Ladung reisten wir nach, um diese noch vor Projektbeginn am Zielort in Beni in Empfang zu nehmen…

Aber es hat sich wahrhaftig gelohnt! Denn mit diesen Vorbereitungen konnte unser Projekt-Team heute unser 11. Schultaschen-Projekt beginnen.

Wir sind ungemein stolz, dass wir wieder einmal unser Projekt in Regionen durchführen, die von vielen anderen Hilfsorganisationen gemieden werden! Wir sind stolz darauf, dass wir alles unentgeltlich und ehrenamtlich erledigen!
Wir gehen mit gutem Beispiel voran. Und das verdanken wir nur Euch! 🙂

Vielen Dank für Euer Engagement und Euer Vertrauen in uns!!
Folgt uns auf Facebook, um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben 🙂

Schultaschen-Projekt - Häufig gestellte Fragen.

Häufig gestellte Fragen zum Schultaschen-Projekt

Unser Schultaschen-Projekt hat seit 2016 immense Erfolge verbuchen können. Das Projekt genießt eine große Unterstützung. Dank der Weihnachtsspendenaktion der EthikBank stieg auch der Bekanntheitsgrad unseres Projekts. In letzter Zeit bekommen wir aber auch vermehrt E-Mails mit zum Teil äußerst kritischen Fragen und Kommentaren zum Projekt. Da wir keine PR-/Kommunikationsabteilung haben, ist die individuelle Beantwortung dieser Fragen oft zeit- und kapazitätenaufwenig. Daher möchten wir Euch hier Antworten auf die häufigsten Kommentare geben, die wir in den letzten Monaten über unser Kontaktformular erhalten haben.


Warum bedruckt ihr die Schultaschen mit der Werbebotschaft eurer Organisation?

Bei der sogenannten "Werbebotschaft" handelt es sich lediglich um den Namen unseres Vereins.

Bei der sogenannten „Werbebotschaft“ handelt es sich lediglich um den Namen unseres Vereins.

Auf den Schultaschen steht keine Werbebotschaft, sondern nur der Name unseres Vereins (hamromaya Nepal) und der unseres jeweiligen Projektpartners (in diesem Fall: Project Volunteer Nepal). Es sind keine Kontaktmöglichkeiten aufgedruckt: Keine Adresse, keine Telefonnummer, keine Webseite und keine E-Mail! Der Aufdruck auf den Schultaschen dient einzig zur Identifikation. Wir möchten nicht, dass andere Organisationen sich mit unserem Projekt brüsten.


Warum benutzt ihr lateinische Buchstaben? Die gehören nicht nach Nepal und ihr beraubt dem Land somit auch seiner Kultur!

Englisch ist nach Nepalesisch die zweite Amtssprache in Nepal. In den Großstädten des Landes wird die englische Sprache bereits im Kindergarten gelehrt. Sämtliche Unterrichtsfächer (bis auf Nepali) werden in nicht-staatlichen Schulen auf Englisch unterrichtet. Natürlich sind lateinische Buchstaben keine traditionellen Schriftzeichen in Nepal. Aber welche Schriftzeichen sind es denn stattdessen? Nepal ist eine Art Viel-Völker-Staat. Es gibt dort über 100 verschiedene ethinische Gruppen und insgesamt 124 verschiedene Sprachen mit zum Teil unterschiedlichen Schriftzeichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Englische gelesen werden kann, ist dabei gar nicht so abwegig.

Außerdem hat unser Vereinsname „hamromaya Nepal“ eine ganz besondere Bedeutung, die jeder im Land versteht, weil extrem einfache Wörter verwendet werden. „hamromaya Nepal“ bedeutet „unsere Liebe Nepal“. Wenn Nepalesen das auf den Schultaschen lesen, denken sie sicherlich nicht an einen deutschen Verein. Sie sind stolz auf das , was auf den Taschen steht!


Schultaschen sind ja wohl das kleinste Problem in Nepal…

Auch das kleinste Problem bedarf einer Lösung…


Euer Schultaschen-Projekt ist kein nachhaltiges Projekt für die Zukunft! Es packt das Problem nicht bei der Wurzel!

Schnelle Hilfe zu leisten, ist besser als keine Hilfe zu leisten.

Schnelle Hilfe zu leisten, ist besser als keine Hilfe zu leisten.

Das Problem ist, dass Kinder in den entlegenen Regionen Nepals keine Schultaschen haben und ihre Schulbücher (auch während des Monsuns) unter den Armen oder in Plastiktüten tragen. Wir verteilen Schultaschen an diese Kinder. Mehr Wurzel geht nicht 🙂
Spaß beiseite. Die Wurzel liegt natürlich in den strukturellen Problemen des Landes. Diese sind so umfangreich, das diese nicht schnell zu lösen sind. Unsere Schultaschen helfen sofort. Alles andere braucht Zeit.


Mit Eurem Projekt fördert ihr Abhängigkeiten. Ich helfe nur bei Hilfe zur Selbsthilfe!

Es gibt zwei Arten von Projekten. Projekte, die die strukturellen Probleme angehen und Projekte, die sofortige Lösungen beanspruchen. Unser Schultaschen-Projekt fällt in die zweite Kategorie.

Eltern und Familien der Schulkinder sind oftmals auch anwesend.

Eltern und Familien der Schulkinder sind oftmals auch anwesend.

Das Schultaschen-Projekt hilft Schulkindern sofort und schenkt ihnen ein Stück Schulkindsein. Es zeigt den Kindern aber auch, dass sie nicht vergessen wurden und unterstreicht den Eltern auch die Wichtigkeit der Bildung. Unser Projekt konzentriert sich mittlerweile auf entlegene, schwer zugängliche Regionen, die von anderen Hilfsorganisationen aufgrund ihrer Abgeschiedenheit gemieden werden. Wir waren zum Teil die erste Organisation, die jemals in dem Dorf gewesen waren. Unser Schultaschen-Projekt fördert keine Abhängigkeiten. Es fördert Freude!


Anstatt Schultaschen zu verteilen, solltet ihr lieber Schulen in den Dörfern bauen, damit die Kinder nicht so weit laufen müssen!

Eine Schule im ländlichen Nepal zu bauen, lässt sich durchaus in einem angemessenen Rahmen finanzieren. Doch bereits vor dem Bau stellen sich diverse Fragen. Wo soll die neue Schule stehen? Die meisten Dörfer bestehen aus kleinsten Siedlungen oder gar einzelnen Farmhäusern, die sich in alle Himmelsrichtungen verteilen. Eine Schule im Dorfkern bauen? Naja, da steht ja schon eine. Ist ja der Dorfkern… Eine kleine Schule in der Nähe zu den entfernteren Siedlungen bauen? Möglich. Aber auf wessen Grundstück?

Die Problematik beginnt allerdings erst richtig, sobald die Schule steht. Wer finanziert die Lehrkräfte, die Einrichtung und die Instandhaltung? Wer wird die Schule führen und wer wird sich um die Finanzen kümmern? Was passiert mit der „alten“ Schule, wenn ein Teil der Kinder in die neue Schule wechselt? Für unseren Verein ist das also nicht umsetzbar.


Warum sind Eure Schultaschen nicht aus einem natürlichen Material? Unter Umweltgesichtspunkten kann ich das Projekt nicht gutheißen. Ich fordere eine Erklärung!

Die Schultaschen sind größtenteils aus Nylon, einem langlebigen Material, das von vielen bekannten Schulranzen-Marken verwendet wird. Insbesondere in Nepal, wo die klimatischen Bedingungen während des Monsuns extrem sind, schützen unsere Schultaschen den Inhalt.


Die Müllverwertung ist in Nepal nicht auf dem deutschen Standard. Deswegen solltet ihr keine Plastik-Taschen in entlegenen Regionen verteilen!

Wenn man dieser Logik folgt, dürften fortan Menschen in Nepals Bergregionen keine Schlappen aus Hartgummi tragen, keine Regenjacken und keine Kleidung aus synthetischen Fasern. Haushaltsgegenstände wir Zahnbürsten, Plastikeimer dürften diese Menschten nicht mehr nutzen. Not-Hilfsgüter wie Plastikplanen dürften auch nicht mehr verteilt werden…

Es ist wichtig, auf die Umwelt zu achten. Aber manchmal ist es leichter gesagt als getan. Vor allem aus der Ferne das Leben anderer zu bestimmen, die unter einfachsten Bedinungen leben, sollte mit Vorsicht genossen werden. Für viele Kinder stellt unsere Schultasche die erste Schultasche in ihrem Leben dar. Sie werfen ihre Schultasche nicht achtlos nach einem Jahr weg, nur um sich das neuere Modell zu besorgen.


Ihr seid nichts weiter als die Touristen, die auf dem Everest ihren unnützen Müll wegwerfen!

Unser „unnützer Müll“ sind Schultaschen, die von den Schukindern gerne genutzt werden. Wir werfen unsere Schultaschen nicht irgendwohin, sondern verteilen sie Stück für Stück direkt an die Kinder. Der zum Mount Everest am nächsten liegende Ort, den wir mit unserem Projekt besucht haben, lag Luftlinie etwa 240km entfernt. Wir haben übrigens auch zukünftig nicht vor, auf dem Everest Schultaschen zu verteilen.


Es ist vollkommen unverantwortlich Schultaschen aus Deutschland nach Nepal einfliegen zu lassen. Warum kauft ihr sie nicht dort direkt ein?! Damit würdet ihr die Wirtschaft stärken!

Das tun wir doch… Steht ganz klar auf unserer Webseite…


Wenn ihr die Schultaschen von mehreren Produzenten beziehen würdet, würdet ihr auch mehrere Familien unterstützen und nicht nur einen Produzenten steinreich machen…

Unsere Produzenten bei der Arbeit. Stress sieht anders aus :)

Unsere Produzenten bei der Arbeit. Stress sieht anders aus 🙂

Wir arbeiten mit unseren aktuellen Produzenten seit 2017 zusammen. Es war ein langwieriger Prozess einen geeigneten Produzenten zu finden, der qualitativ hochwertig und vor allem vertrauensvoll mit uns arbeitet. Die Produktionsstätte liegt unweit von unserer Unterkunft entfernt, sodass wir stets persönlichen Kontakt halten können. Wir wissen über seine überdurchschnittlichen Arbeitsbedingungen und die faire Bezahlung an die Mitarbeiter. Wir dürfen die Schultaschen kostenfrei in seinem Lager stehen lassen, selbst wenn wir erst in einem Monat unsere Projektreise beginnen.

Es besteht für uns keinerlei Grund, weshalb wir unsere Aufträge einem anderen Produzenten (der ja noch gefunden werden müsste) zu übergeben. Der zeitliche und organisatorische Aufwand für uns und unseren Projektpartner wäre viel zu hoch. Schließlich arbeiten wir alle ehrenamtlich und unentgeltlich am Projekt, sodass wir auch unseren eigenen Berufen und eigentlichen Verpflichtungen nachgehen müssen.


Warum kosten Eure Schultaschen nur 8€, während bei anderen Organisationen 30€ pro Schultasche genommen wird? Zahlt ihr überhaupt faire Preise bei euren Produzenten?

Eine mit Schulsachen gefüllte Schultasche kostet bei uns sogar nur ca. 6,75€.
1,25€ kalkulieren wir für den Transport sowie für unsere Unterkunft und Verpflegung in den entlegenen Regionen.

Unsere Waschstelle während des 10.Projekts in Panchthar.

Unsere Waschstelle während des 10.Projekts in Panchthar.

Unser günstiger Schultaschen-Preis kommt dadurch zustande, dass alle die am Projekt beteiligt sind und es begleiten, vollkommen ehrenamtlich und unentgeltlich arbeiten. Darüber hinaus leben wir während der Projektreise in einfachsten Bedingungen und vermeiden teure Hotels und luxuriöse Restaurants.

Wir bezahlen dieselben Preise für eine Schultasche und die ganzen Schulmaterialien wie nepalesische Händler auch. Es ist ein fairer Preis, den die Produzenten uns nennen, den wir akzeptieren, ohne groß zu handeln.


Meine Tochter (7) möchte wissen, ob die Kinder die Farben der Schultaschen schön finden 🙂

Die Kinder in Nepal freuen sich einfach, dass es eine Schultasche ist. Die Farbe ist da fast schon egal. Alle tragen am Ende dieselbe Schultasche. 🙂

Aber unsere Mäppchen tragen verschiedene Muster und Farben. Per Zufall erhält ein Kind dann das jeweilige Mäppchen. Dabei beobachten wir oft, dass die Kinder ihre Mäppchen unter sich noch einmal tauschen 🙂


Es ist schön zu sehen, dass unser Schultaschen-Projekt eine große Aufmerksamkeit erhält. Schade ist, dass viele Anmerkungen einen äußerst kritischen Unterton haben. Natürlich ist es ein Kind, dass die wichtigste Frage zu unserem Projekt stellt.

Mehr zu unserem Schultaschen-Projekt findest Du auf unserer Webseite.

Die Reiseroute für unser 10. Schultaschen-Projekt steht!

Die Route für das 10. Schultaschen-Projekt steht!

Wir haben spannende Neuigkeiten für Euch. Unser 10. Schultaschen-Projekt rückt immer näher und dank Eurer tollen Unterstützung steht dem Projektbeginn im kommenden Februar nichts mehr im Weg. Mehr noch, wir haben nun die endgültige Fassung unserer Reiseroute entwickelt.

Für unser 10. Schultaschen-Projekt werden wir etwas mehr als eine Woche unterwegs sein.
Über die Stadt Dharan im Distrikt Sunsari werden wir innerhalb von zwei Reisetagen die Region Mauwa im Distrikt Panchthar erreichen. Details zur Reiseroute findet Ihr auf unserer Webseite.

Zwar ist die Projektreise verglichen zu unserem letzten Projekt in Bardia und Dolpa weniger spektakulär, dennoch wird es eine ziemlich harte Tour für uns werden. Während wir in Dolpa, mehrere Tage zu Fuß unterwegs sein mussten, werden wir dies nun im Auto tun. Die Strecke nach Panchthar wird uns vieles abverlangen – vor allem Geduld und Mut. Einen halben Tag werden wir wohl auf holprigen Straßen mit tiefen Abgründen verbringen müssen… Aber irgendwie kommen wir ja immer ans Ziel. Ihr dürft gespannt sein 😉

Unsere Route nach Panchthar

Unsere Route nach Panchthar

Weihnachtsspendenaktion 2017 - Verschenke deine Spende

Verschenke Deine Spende – Geschenk mit Mehrwert

Es ist Nikolaus-Tag und wir denken schon an Weihnachten 😉

Wie bereits vor wenigen Tagen angekündigt, dreht sich bei uns im Dezember alles um unser anstehendes Schultaschen-Projekt. Im Februar wird die nächste spannende Reise beginnen, die uns in den Osten Nepal bringt. Dort soll in einer Dorfregion im Distrikt Panchthar unser Projekt durchgeführt werden. Die Planungen sind schon sehr fortgeschritten, die Reiseroute steht größtenteils. Was wir nur noch benötigen, ist das Budget.

Und so haben wir eine fantastische Idee, wie man eine Spende mit Weihnachten verknüpfen könnte. Schließlich steht Weihnachten vor der Tür und damit auch die Suche nach sinnvollen Geschenkideen für unsere Liebsten. Wir erleichtern Euch diese Such, indem wir mit unserer Spendenaktion Geschenke mit Mehrwert bieten.

Weihnachtsaktion: Verschenke Deine Spende :)

Weihnachtsaktion: Verschenke Deine Spende 🙂

Verschenkt doch dieses Jahr einfach eine Spende an Eure Liebsten und Ihr verschenkt somit dann auch gleich doppeltes Glück. Eure Lieben freuen sich über die wunderschöne Aufmerksamkeit und Kinder in Nepal über eine Schultasche.

Wie einfach das alles geht, findet Ihr auf unserer Webseite. Schaut vorbei 🙂

Planung für das nächste Schultaschen-Projekt

Der Dezember steht ganz im Zeichen des nächsten Schultaschen-Projekts

Wie doch die Zeit vergeht… Mittlerweile sind seit dem September schon knapp 3 Monate vergangen, aber die Erinnerungen an unser 9. Schultaschen-Projekt sind noch ganz frisch. 14 Tage waren wir damals unterwegs gewesen – ein großes Abenteuer mit einem noch größerem Happy End. Genau 2.015 gefüllte Schultaschen konnten wir in den entlegenen Distrikten von Bardia und Dolpa verteilen. Ein für uns noch nie da gewesener Projekterfolg.

Dies brachte uns viel Aufmerksamkeit. Die Spenden im Familien- und Bekanntenkreis unserer wachsenden Anzahl von Mitgliedern nahmen auch noch während des Projektes im September zu. Das Lob und die positiven Rückmeldungen freuen und motivieren uns.

Der Projekterfolg im fernen Bardia und Dolpa beflügelt uns.

Projekterfolg in Bardia & Dolpa beflügelt uns.

Seit dem Oktober – und wahrscheinlich noch auf der Euphorie-Welle reitend – sind wir gemeinsam mit unserem Projektpartner Project Volunteer Nepal bereits an der Planung des nächsten Großprojektes. Nachdem wir bei unserem letzten Schultaschen-Projekt im September 2017 in den Westen Nepals gereist waren, werden wir nun für unser 10. Projekt den Osten des Landes aufsuchen. Das Ziel wird das entlegene Distrikt Panchthar werden.

Wie wir in so kurzer Zeit das alles erreichen können? Na, dank Euch! Dank Eurer Spenden während und unmittelbar nach unserem Großprojekt im vergangenen September sind wir sehr zuversichtlich, dass wir die benötigte Spendensumme von etwa 12.000€ bis zum Februar erreichen werden.

Daher steht der kommende Dezember auch ganz im Zeichen unseres 10.Schultaschen-Projektes. Wir werden in Kürze eine Weihnachtsspendenaktion kommunizieren und in verschiedenen Schulen unser Projekt vorstellen. Tatkräftige Unterstützung erhalten wir dabei von unserem Neu-Mitglied Nadine. Sie wird auch im Februar mit vor Ort sein und mit auf Projektreise gehen.

Wir freuen uns schon immens auf das nächste Abenteuer und hoffen, dass wir auf Eure Unterstützung zählen dürfen.

Eine Schultasche für jedes Kind in Lower Dolpa

Eine Schultasche für jedes Kind – 9 – Zusammenfassung Abschnitt 2: Dolpa Distrikt

Aufbruch in den Westen - Unsere Route

Unsere Route (zum Vergrößern klicken)

Während unseres neunten Schultaschen-Projektes besuchten wir zwei ungleiche Distrikte. Im Süden Nepals waren wir der Hitze im Distrikt Bardia ausgesetzt, während wir im Norden Nepal im Distrikt Dolpa auf tagelange Wanderung gingen.

Die Erfahrungen, die wir auf dieser insgesamt 14-tägigen Projektreise gewinnen konnten, sind unbeschreiblich gewesen! 2.015 mit Schulsachen gefüllte Schultaschen konnten wir auf unserer Reise verteilen.

Den ersten Abschnitt der Reise in den Distrikt Bardia haben wir hier für euch zusammengefasst.

Der zweite Abschnitt unserer Projektreise: Lower Dolpa

Während wir im ersten Teil unserer Reise unter den Temperaturen und der Luftfeuchtigkeit im Süden des Landes litten, war der zweite Abschnitt unserer Projektreise der körperlich weitaus anstrengendere Teil. Tagelange Fußmärsche und eine Höhe von knapp 4.000 Metern mussten bewältigt werden, ehe wir das erste Dorf in Lower Dolpa erreichten. In Lower Dolpa wanderten wir zu acht Schulen in acht verschiedenen Dörfern und versorgten im Zuge dessen 1.070 Schulkinder mit Schultaschen und Schulmaterialien.

1.070 Schultaschen für Kinder an acht Schulen in Dolpa

1.070 Schultaschen für Kinder an acht Schulen in Dolpa

Alle Bilder aus Dolpa findet ihr auch in unserer Galerie.

Todessehnsucht auf dem Weg von Nepalganj nach Jumla

Die Fahrt vom Flachland im Süden ins nördliche Gebirge hatte es in sich. Für die gerade einmal ca. 340km benötigten wir unglaublicherweise fast 18 Stunden und sogar einen unplanmäßigen Zwischenstopp.

Dabei hatte die Reise so gut begonnen. Noch bevor die Sonne ans aufgehen dachte, verließen wir unser Hotel in Nepalganj und fuhren in unserem Jeep gen Norden. Die Straßen waren relativ frei, das Wetter war sehr gut und wir kamen gefühlt schnell voran. Doch dem war leider nicht so. Unser Fahrer war nicht sonderlich geübt darin, auf Bergstraßen zu fahren, sodass wir sogar von großen Bussen und Trucks überholt wurden. Am Nachmittag standen wir zudem noch in einem Stau, da ein Lastwagen vor uns Probleme hatte.

So kam es wie es kommen musste. Als es langsam am Horizont anfing zu dämmern, fuhren wir an einer größeren Bergsiedlung vorbei und entschieden uns fälschlicherweise unsere Fahrt nach Jumla fortzusetzen. Schließlich waren es nur noch 75km gewesen.

Idyllisch geht es her bei unserem unplanmäßigen Zwischenstopp.

Idyllisch geht es her bei unserem Zwischenstopp.

Doch als wir nach drei Stunden Fahrt gerade einmal 45km hinterlegt hatten, war es bereits pechschwarz geworden. Der rauschende Fluss in der Tiefe versetzte uns in Angst und Schrecken. Die Straße war so schlecht ausgebaut, dass wir  extrem vorsichtig fahren mussten. Schließlich beschlossen wir unsere Fahrt zu stoppen und die Nacht irgendwo im Nirgendwo zu verbringen. Es war aber die richtige Entscheidung gewesen. Das Risiko war einfach zu hoch.

16 Maulesel tragen 1.070 Schultaschen und Schulsachen

Nach unserem Höllentrip auf den Bergstraßen, kamen wir am nächsten Morgen in Jumla an. Dort wartete bereits der Truck, den wir zwei Tage zuvor mit den Schultaschen und Schulmaterialien von Nepalganj nach Jumla geschickt hatten. Jumla stellte auch die letzte befahrbare Station dar, ehe wir zu Fuß nach Dolpa mussten.

Gruppe 1 der Maulesel - 7 von 16.

Gruppe 1 der Maulesel – 7 von 16.

Um die 1.070 Schultaschen; 3.300 Schulhefte; 1.070 Radiergummis, Spitzer, Mäppchen, Lineale; 2.140 Bleistifte und 3.210 Kugelschreiber nach Dolpa zu transportieren, mieteten wir 16 Maulesel. Am Abend beluden wir sämtliche Maulesel und waren nun bereit, um nach Dolpa aufzubrechen. Da die Maulesel viel schneller als wir unterwegs sein würden, machten wir aus, dass die Herdenführer mit den Mauleseln vorausgehen sollten. Sie brachen am nächsten Morgen bereits um 4h auf.

Insgesamt 8 Tage zu Fuß zu insgesamt 8 Schulen

Es begann flach in Jumla.

Es begann flach in Jumla.

Um 9h machten wir uns dann ebenfalls auf den Weg. Am Anfang waren wir noch guter Dinge und hatten viel Freude am Laufen. Schließlich war es noch sehr flach gewesen. Doch von Minute zu Minute knallte die Sonne mehr und machte uns zu schaffen – Sonnenbrand inklusive.

Wir wünschten uns Wolken für den anstehenden Aufstieg Wolken herbei. Zunächst ging es gleichmäßig bergauf, um plötzlich extrem steil zu werden. Die Muskeln zuckten, der Schweiß lief.

Der Regen machte das Laufen nicht einfacher.

Der Regen machte das Laufen nicht einfacher.

Wir kamen nur langsam voran und mussten mehrere Unterbrechungen hinnehmen. Urplötzlich schlug dann auch noch das Wetter um. Aus den herbeigesehnten Wolken entwickelte sich ein fieser, kalter Regen. Der Wind tat sein übriges, um unseren Weg weiter zu erschweren. Die Kräfte ließen nach. Erst gegen 15h erreichten wir dn Ort für die Mittagspause. Lange konnten wir uns nicht ausruhen, da wir noch einen langen Weg vor uns hatten. Wir quälten uns weitere drei Stunden, ehe wir am Abend das nächste Dorf erreichten.

Die Nacht war für alle von uns sehr ungemütlich gewesen. Wir haben uns an diesem Ort einfach nicht wohl gefühlt. Das Dorf Manisango strahlte etwas unheimliches aus. Keiner von uns weiß so recht, was es war. Doch niemand von uns konnte trotz großer Erschöpfung schlafen.

Keine gute Aussicht...

Keine gute Aussicht…

Am nächsten Morgen brachen wir so früh wie möglich vom Geisterdorf auf. Das nächste Dorf Chotra erreichten wir nach fast zwei Stunden. Dort frühstückten wir und stärkten uns noch einmal vor dem Anstieg zum Maury Lek, dem höchsten Punkt unserer Reise und der Gipfel, der inoffiziell die Distrikte Jumla und Dolpa teilt. Wir erreichten völlig ausgepowert nach etwa sechs Stunden den Gipfel auf etwas mehr als 3.800m und wurden von eisiger Kälte und viel Nebel begrüßt.

Da auf dem Gipfel keine Übernachtungsmöglichkeiten gegeben waren, stiegen wir etwa eine Stunde steil hinab in das Dorf Nauli. Dort verbrachten wir die Nacht.

Das Verteilen beginnt endlich

Am nächsten Morgen brachen wir in das Dorf Chaurikot auf, wo wir unsere erste Station ausgemacht hatten, um Schultaschen zu verteilen. Außerdem baten wir die Lehrkräfte des etwa 30-minütigen Nachbardorfes Chanchu, ihre Schulkinder nach Chaurikot zu führen. So konnten wir in Chaurikot zwei Schulen gleichzeitig helfen, ohne viel Zeit zu verlieren.

Schulkinder im Dorf Jhyakot.

Schulkinder im Dorf Jhyakot.

Denn der erste Tag war für uns noch lange nicht  vorbei gewesen. Nach dem Mittagessen in Chaurikot liefen wir etwa 2,5 Stunden zum nächsten Dorf weiter. In Jhyakot warteten die Schulkinder bereits sehnsüchtig auf uns. Routiniert verteilten wir an der größten Schule des Tages alle Schultaschen und erfreuten uns an den glücklichen Gesichtern der Kinder. Wir verbrachten die Nacht in einer gemütlichen kleinen Unterkunft und erholten uns von dem anstrengenden Tag.

Überall glückliche Gesichter.

Überall glückliche Gesichter.

Der nächste Morgen führte uns von Jhyakot hinab ins Tal nach Kaigaon. 1,5 Stunden benötigten wir auf teils schwer begehbaren Terrain. 372 Schülerinnen und Schüler durften sich an neuen Schultaschen erfreuen. Nach dem Mittagessen packten wir unsere Sachen und liefen knapp eine Stunde ins Nachbardorf Hurikot. Nun waren wir schon so weit in den Distrikt Dolpa vorgedrungen, dass uns erzählt wurde, dass sich keine internationale Hilfsorganisation mehr seit etwa 20 Jahren dort blicken ließ.

Umso glücklicher sind wir, dass wir diesen Schritt gewagt haben! Am späten Nachmittag machten wir uns wieder hinauf in höhere Ebenen. Fast zwei Stunden benötigten wir um Thapagaon zu erreichen, wo wir die Nacht verbrachten.

Am nächsten Tag fingen wir früh mit dem Verteilen an, da wir die letzten drei Dörfer unserer Projektreise abklappern mussten: Thapagaon, Majgaon und Loharbada. Somit haben wir in Lower Dolpa an 8 Schulen genau 1.070 mit Schulsachen gefüllte Schultaschen verteilt.

Folgende Schulen hatten wir während unseres neunten Schultaschen-Projektes im Distrikt Dolpa unterstützt:

Name der Schule Schülerzahl Ort
1 Sundari Primary School 25 Chaurikot
 2 Munamadan Primary School 44 Chanchu
 3 Shree Bhagwati High School 182 Jhyakot
 4 Tripura Higher Secondary School 372 Kaigaon
 5 Jagdulla Primary School 98 Hurikot
 6 Shree Mahadev Lower Secondary School 167 Thapagaon
7 Kagmara Primary School 98 Majgaon
8 Nepal Rastriya Lower Secondary School 116 Loharbada

Sämtliche Bilder unseres Projekttages aus den acht verschiedenen Schulen im Distrikt Dolpa findet ihr auch in unserer Galerie.

Sundari Primary School

Sundari Primary School

Munamadan Primary School

Munamadan Primary School

Shree Bhagwati High School

Shree Bhagwati High School

Tripura Higher Secondary School

Tripura Higher Secondary School

Jagdulla Primary School

Jagdulla Primary School

Shree Mahadev Lower Secondary School

Shree Mahadev Lower Secondary School

Kagmara Primary School

Kagmara Primary School

Nepal Rastriya Lower Secondary School

Nepal Rastriya Lower Secondary School

Eine Schultasche für jedes Kind im VDC Thakurbaba im Distrikt Bardia

Eine Schultasche für jedes Kind – 9 – Zusammenfassung Abschnitt 1: Bardia Distrikt

Aufbruch in den Westen - Unsere Route

Unsere Route (zum Vergrößern klicken)

Unser neuntes Schultaschen-Projekt führte uns weit weg aus Kathmandu. Insgesamt waren wir auf unserer Projektreise 14 Tage lang unterwegs gewesen – mit Höhen und Tiefen. Innerhalb dieser Zeit verteilten wir genau 2.015 Schultaschen in insgesamt zwei verschiedenen Distrikten, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Trotz der ganzen Anstrengungen auf unserer Reise sind wir sehr froh, dass wir dieses Mega-Projekt angegangen sind.

Der erste Abschnitt unserer Projektreise: Bardia

Der erste Abschnitt unserer Projektreise führte uns über Nepalganj in das VDC Thakurbaba im Distrikt Bardia. Dort besuchten wir innerhalb eines kompletten Projekttages 6 verschiedene Schulen und verteilten insgesamt 945 mit Schulmaterialien gefüllte Schultaschen.

945 Schultaschen für Kinder an 6 Schulen im Distrikt Bardia.

945 Schultaschen für Kinder an 6 Schulen im Distrikt Bardia.

Alle Bilder aus Bardia findet ihr auch in unserer Galerie.

Stundenlange Fahrt und die Sonne knallt…

Bereits am ersten Tag unserer Schultaschen-Reise saßen wir über 16 Stunden in einem Jeep von Kathmandu nach Nepalganj. Glücklicherweise hatte unser Fahrzeug eine Klimaanlage. Denn der südliche Teil Nepals begrüßte uns mit extremen Temperaturen. Selbst als wir spät in der Nacht in Nepalganj ankamen, fingen wir sofort nach Ausstieg aus unserem Jeep an zu schwitzen.

Das Beladen war gar nicht so leicht gewesen...

Das Beladen war gar nicht so leicht gewesen…

Am nächsten Morgen suchten wir den Umschlagplatz unseres Transportunternehmens auf. Wir hatten nämlich einen Tag zuvor in einem Lastwagen 2.000 Schultaschen, 6.100 Schulhefte, 2.000 Mäppchen, 2.000 Radiergummis, 2.000 Spitzer, 2.000 Lineale, 6.000 Kugelschreiber und 4.000 Bleistifte nach Nepalganj vorgeschickt. Bereits das Beladen in Kathmandu war eine Tortur gewesen. Und nun mussten wir erneut ran.

Ein todsicherer Plan

Um die Transportkosten so gering wie möglich zu halten, hatten wir uns folgenden Plan überlegt. Sämtliche Schultaschen und Schulsachen hatten sich unabhängig von uns bereits nach Nepalganj auf dem Weg gemacht. In Nepalganj luden wir am Umschlagplatz die jeweils benötigte Menge an Taschen und Schulmaterialien in einen kleineren Truck.

Mit einem voll bepackten Jeep Richtung Distrikt Bardia.

Mit einem voll bepackten Jeep Richtung Bardia.

Mit diesem vollbepackten Truck und unserem Jeep fuhren wir dann in das 2 Stunden entfernte Bardia, um über den gesamten Tag alle dort geplanten Schulen abzuklappern. Nach dem Verteilen der Schultaschen fuhren wir wieder zurück zum Umschlagplatz in Nepalganj, wo wir den nun leeren Truck mit den restlichen Schultaschen und Schulsachen beluden. Der Truck machte sich anschließend direkt auf dem Weg nach Jumla, dem Ort, von wo aus wir nach Dolpa laufen mussten.

Wir würden erst mit unserem Jeep am nächsten Morgen nach Jumla aufbrechen.

In der Hitze von Bardia 6 Schulen auf einen Streich

Wir begannen unseren Projekttag mit knapp zweistündiger Verspätung. Der gemietete Truck war noch nicht am Umschlagplatz gewesen, sodass wir mit dem Beladen warten mussten. Daher erreichten wir das VDC Thakurbaba im Distrikt Bardia erst um 11h. Wir waren somit schon direkt zum Anfang des Projektes zeitlich unter Druck geraten, weil wir wussten, dass auch die Schulen im Terai (südlicher Teil Nepals) um spätestens 16h schlossen.

So rasten wir von einer Schule zur nächsten und verteilten die Schultaschen so schnell wie möglich, ohne wirklich viel Zeit mit den Kindern und den Lehrkräften zu verbringen. Zukünftig werden wir dies definitiv anders gestalten.

Schwitzende, aber glückliche Gesichter.

Schwitzende, aber glückliche Gesichter.

In den ersten beiden Schulen verteilten wir die Schultaschen noch in Klassenräumen. Dort kamen wir so richtig ins Schwitzen. Aufgrund der hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit verwandelte sich ein Klassenraum schnell in eine Sauna. Da unheimlich viele Körper in einen solchen Raum waren und wir auch körperlich darin tätig waren, waren wir konstant am Schwitzen. Letztendlich kann man sagen, dass wir von 11h bis 17h konstant durchgeschwitzt hatten.

Die einzige Zeit, in der wir uns ausruhen konnten, war in den Fahrten zwischen den Schulen. Aber dort wurden wir aufgrund der schlechten Straßen und der knallenden Sonne durchgeschüttelt und erhitzt. Wir hatten noch nicht einmal Zeit gehabt, Mittag zu essen. In diesen wenigen Stunden tranken wir nur literweise Wasser. Die leeren Flaschen vermehrten sich von Stunde zu Stunde in unserem Jeep.

Wartende Kinder...

Wartende Kinder…

Als wir am späten Nachmittag um kurz vor 17h völlig erschöpft an der sechsten und letzten Schule des Projekttages ankamen, saßen die Schulkinder  schon sehnsüchtig auf dem Schulhof und hatten bereits auf uns über eine Stunde warten müssen. Nichtsdestotrotz wurden mit großer Freude empfangen. Wie auch in den anderen Schulen waren die Kinder sehr glücklich über unsere Schultaschen. Aber auch die Schulsachen zauberten den Kleinen ein Lächeln ins Gesicht, sodass wir mit unserer Arbeit sehr zufrieden sind.

Folgende Schulen hatten wir während unseres neunten Schultaschen-Projektes im Distrikt Bardia unterstützt:

Name der Schule Schülerzahl Ort
1 Shree Kausalewari Primary School 89 VDC Thakurbaba
 2 Shree Jana Jagriti Primary School 100 VDC Thakurbaba
 3 Shree Prithivi Primary School 55 VDC Thakurbaba
 4 Nepal Rastriya Lower Secondary School 400 VDC Thakurbaba
 5 Shree Suryodaya Primary School 89 VDC Thakurbaba
 6 Shree Shiva Sundar Lower Secondary School 212 VDC Thakurbaba

Sämtliche Bilder unseres Projekttages aus den sechs verschiedenen Schulen im Distrikt Bardia findet ihr auch in unserer Galerie.

Shree Kausaleswari Primary School

Shree Kausaleswari Primary School

Shree Jana Jagriti Primary School

Shree Jana Jagriti Primary School

Shree Phrithivi Primary School

Shree Phrithivi Primary School

Shree Rastriya Lower Secondary School

Shree Rastriya Lower Secondary School

Shree Suryodaya Primary School

Shree Suryodaya Primary School

Shree Shiva Sunday Lower Secondary School

Shree Shiva Sunday Lower Secondary School

Das Ende eines langen Tages

Als wir um 17.45h mit dem Austeilen der Schultaschen fertig waren, begaben wir uns wieder in unseren Jeep und fuhren zurück nach Nepalganj. Da der Umschlagplatz um 20h schloss, mussten wir uns auf direktem Weg dorthin begeben. Noch immer hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch nichts gegessen. Wir erreichten um kurz vor 20h den Umschlagplatz und luden den Rest der Schultaschen und Schulmaterialien für den zweiten Abschnitt unserer Projektreise  in unseren Truck auf.

Erst um 20.30h waren wir im Stande gewesen, nach etwas Essbaren für uns zu suchen. Gegen 21h hatten wir dann schließlich etwas essen können. Nun blieb noch die Suche nach einem Hotel. Wir wollten partout nicht noch einmal in dem Hotel übernachten, in dem wir die Nacht zuvor verbracht hatten. So begaben wir uns auf die Suche und wurden dabei völlig uneigennützig von einem Bekannten des Restaurantsbesitzers unterstützt, in dem wir zu Abend gegessen hatten.

Und wie es das Karma so wollte, kannte dieser Bekannte jemanden, der in einem luxuriösen Hotel arbeitete, der uns mehr als 50% Rabatt für das Zimmer gewährte. Das Hotelzimmer war ein Traum gewesen – wohl mit einer der besten Zimmer, in denen ich jemals übernachtet habe. Doch leider konnten wir unsere prächtigen Zimmer nicht genießen, weil wir das Hotel am nächsten Morgen um 5h (nach nur 4-5 Stunden Schlaf) wieder verließen.

Wir brachen noch bei Dunkelheit nach Jumla auf.

Hier geht es zum zweiten Abschnitt unserer langen Projektreise.